| Übersicht |
| Ev. Kirche im Rheinland |
| Ev. Kirche in Deutschland |
| Ev. Kirchenkreis Gladbach-Neuss |
| Diakonisches Werk Mgl. e.V. |
| Ev. Krankenhaus Bethesda |
| Neue Arbeit gGmbH |
| Stiftung Hephata |
Ein Beitrag von Dr. Albert Damblon, St. Mariae Himmelfahrt
Aber die katholische Gemeinde feierte nicht allein. Sie hatte sich die evangelische Christuskirchengemeinde eingeladen. Viele waren gekommen, und Pfarrerin Beuschel erläuterte der großen Gemeinde die Geschichte von den Sterndeutern aus dem Morgenland. Junge und Alte, Evangelische und Katholische hörten aufmerksam zu und gehörten zusammen. Wenn in einer Gemeinde Gottesdienste vorbereitet werden, wird manchmal gefragt, ob diese oder jene Gruppe nicht zu kurz komme. „Eine Sängerin, kann die Gemeinde noch genügend mitsingen? Eine Predigt für Erwachsene, wo bleiben die Kinder?“ Keine Gruppe will zu kurz kommen. Doch absolute Ausgewogenheit will in einem Gemeindegottesdienst einfach nicht gelingen. Nur eines geht: Jeder verzichtet um des anderen willen. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass auch im ökumenischen Dialog der Kirchenleitungen, das Gefühl zu kurz zu kommen, eine große Rolle spielt. Ein Bischof achtet darauf, dass Nichts von der katholischen Tradition verloren geht. Genauso möchte ein Superintendent das evangelische Bekenntnis bewahrt wissen. Wer zu kämpfen beginnt, verteidigt die Vergangenheit, ohne einen Schritt in die Zukunft zu wagen. Nur nicht zu kurz kommen ist ein schlechter Ratgeber im ökumenischen Gespräch. Wie wohltuend sind unsere Gottesdienste, zu denen wir uns gegenseitig einladen. Am Anfang des Jahres kommt die Christuskirchengemeinde zur Messfeier in das Münster. Um das Reformationsfest herum geht die Münstergemeinde zum evangelischen Gottesdienst in die Christuskirche. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die katholische und die evangelische Liturgie zu akzeptieren, damit wir uns besser kennen lernen. Meine Predigt kommt nicht zu kurz, wenn ich mich auf den Ablauf des evangelischen Gottesdienstes einlasse. Pfarrerin Beuschel stieg locker mit ihrer Predigt in den katholischen Ritus ein. Und sie kam nicht zu kurz. Die beiden Gottesdienste sind also evangelisch oder katholisch. Aus diesem Grund sind sie im strengen Sinn nicht ökumenisch, aber um der Ökumene willen kommt keiner zu kurz. Ein Gebet um die Einheit lässt keinen zu kurz kommen: „Herr Jesus Christus, du hast gebetet: Lass alle eins sein, wie du, Vater, in mir bist, und ich in dir. Wir bitten dich um die Einheit deiner Kirche. Zerbrich die Mauern, die uns trennen. Stärke was uns eint, und überwinde, was uns trennt. Gib uns, dass wir die Wege zueinander suchen. Führe den Tag herauf, an dem wir dich loben und preisen können in der Gemeinschaft aller Gläubigen.“ |
|