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| Was
wir hörten und erfuhren, was uns die Väter erzählten,
das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen. (Psalm
78, 3.4)
Erzähl noch eine Geschichte, bitte!!
In der Rede des Indianer-Häuptlings Seattle heißt es gegen Ende: „Vielleicht könnten wir…(Euch) verstehen, wenn wir wüssten, wovon der weiße Mann träumt – welche Hoffnungen er seinen Kindern an langen Winterabenden schildert – und welche Visionen er in seine Vorstellungen brennt, so dass sie sich nach einem Morgen sehnen.“ An diesen Ausspruch musste ich beim Lesen des Monatsspruchs für September denken. Hier wird von einer lebendigen Erzähl- und Vermittlungstradition (in die sicherlich auch die Mütter einbezogen waren!) gesprochen, die ihren Ort in der Familie und in der Gemeinde hatte. In einer Übertragung von Kurt Wolff zu unserem Psalmvers heißt es: Die wunderbaren Taten Gottes wurden den Kindern nicht verschwiegen und nicht den Kindeskindern, bis sie uns erreichten und den Gott lehrten, der unser Gott sein will. Auch uns haben diese „Erzählungen“ erreicht. Mit dem „Lehr- und Erzählbuch“ der Bibel sind wir an eine lebendige Glaubenstradition angebunden, aus der Hoffnungen und Visionen für Heute und Morgen erwachsen. „Die Bibel schäumt über von Leben. Sie erzählt von Menschen wie du und ich, von mutigen und verzagten Menschen, von Mächtigen und Unterdrückten, von Siegern und Versagern. Sie erzählt von Schuld und Vergebung, von Streit und Versöhnung, von Verzweiflung und Hoffnung. Sie erzählt Geschichten voller Leben, mit Höhen und Tiefen. Aber durch alle Geschichten hindurch zieht sich die unendliche Geschichte der Liebe Gottes, der „Bund und Treue hält und nicht preisgibt das Werk seiner Hände“. (Irmgard Weth, Neukirchener Erzählbibel, Vorwort) Davon lohnt es sich zu erzählen!:Lebensgeschichten biblischer Gestalten, biblische Bilder, einzelne Worte, die zu „Brot“ werden. Ich kann mich identifizieren mit Menschen, die von ihren, manchmal auch schweren und abgründigen, Erfahrungen mit Gott erzählen. Von ihnen kann ich lernen, zu vertrauen, dass auch mir Gott begegnen und dass er auch mich im Leben begleiten will, wie ein Hirte (Ps 23), als Lebenskraft (Ps 27,1), als Schutzschild (Ps 84,12) und als Licht auf meinem Weg. Und davon kann ich dann auch anderen erzählen, „unseren Kindern“. Dieses Erzählen mitten im Alltag hat dabei vielleicht nicht selten mehr Wirkkraft als manche Predigt. Wie oft erinnere ich mich z.B. an Helga Stöver (so manche werden Sie noch vor Augen haben), die gerne von den „Alltagswundern Gottes“ erzählte. Fröhlich und ganz selbstverständlich erzählte sie von Alttagsbegegnungen und –erfahrungen, in denen sie etwas von Gott zu hören und zu erfahren gemeint hatte. Solche ´Erzähl-Menschen´ braucht es auch heute; denn unausgesprochen wie auch ausgesprochen heißt es bei vielen Menschen in unserer Zeit: „Erzähl noch eine Geschichte, bitte!!“ Dirk Sasse Wir möchten diese Bitte an Sie weitergeben. ‘Erzähl noch eine Geschichte, bitte!’ Erzählen Sie uns und anderen Ihre Alltagsbegegnungen und -erfahrungen, in denen Sie etwas von Gott erfahren haben. Schreiben Sie bitte an den Evangelischen Gemeindeverband Mönchengladbach, Redaktion, Marktstieg 9, 41061 Mönchengladbach. Oder nutzen Sie dieses Formular. |
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