Ausstellung in der Christuskirche
Gentechnik und Agrosprit Hauptursache für weltweiten Hungeranstieg

Obwohl über 70% der Bevölkerung die Gentechnik ablehnen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Gentechnik zur Zukunftstechnologie erklärt. Forschungsministerin Annette Schavan will die Gentechnik besonders fördern: „Unser Ziel ist die Erschließung des vollen Potentials der Biotechnologie innerhalb vieler Industriezweige, in der Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie, in der Energiewirtschaft und in der Landwirtschaft.“(FAZ 19.05.06) Immer noch vertritt sie die Meinung Gentechnik sei nötig um um die Welternährung zu sichern.

Dem widersprechen so profilierte Kenner der Problematik wie die Welthungerhilfe, Misereor, Evangelischer Entwicklungsdienst und Brot für die Welt. Sie halten Gentechnik zur Hungerbekämpfung für untauglich und setzen stattdessen auf nachhaltigen Landbau.

Energiepflanzen haben jetzt schon verheerende Auswirkungen. Laut Weltbank ist der drastische Anstieg der Nahrungsmittelpreise zu 75% auf die Agrospritproduktion zurückzuführen. Damit verbunden war Anstieg der weltweit Hungernden auf eine Milliarde und als Folge zahlreiche Hungerrevolten. So mußte 2008 im besonders armen Haiti sogar die Regierung gehen. Allein dass in den USA 1/3 der Maisernte (über 70% Gen-Mais) für die Ethanolerzeugung verwendet wurde machte den Mais knapp und teuer. Im Nachbarland Mexiko stieg deshalb der
Preis für Tortillas um 100% - für viele Arme wurde ihr Grundnahrungsmittel unerschwinglich. Selbst wenn die USA ihre gesamte Soja- und Maisernte zu Agro-Sprit umwandeln wurden, könnten sie weniger als zehn Prozent ihres Bedarfs an Benzin und Diesel decken.

Für eine 95 Liter Tankfüllung eines Autos mit reinem Ethanol sind ca. 200kg Mais nötig – genug, um eine Person ein Jahr lang zu ernähren. Agro-Sprit bedeutet mehr Gentechnikpflanzen: Schon heute landet Gen-Raps aus Kanada ungekennzeichnet in deutschen PKWs. Zwar wurde jetzt der Anbau von Gen-Mais Mon 810 in Deutschland verboten – ein wichtiger Erfolg, aber noch lange nicht das Aus für die Gentechnik. So finden derzeit zahlreiche Freisetzungen gentechnisch veränderter Pflanzen statt, wie Gen-Weizen und Gen-Gerste. Besonders riskant ist die Freisetzung transgener Pharmapflanzen wie z.B. der Cholera-Kartoffeln Rostock (Uni).

Die Ausstellung in der Christuskirche vom 9. Mai bis 10. Juni steht unter dem Leitwort:'Agrarwende - Jetzt!' Sie beschäftigt sich mit den Gefahren der Gentechnik und der Anwendung von Pestiziden in derLandwirtschaft. Sie fragt nachAlternativen: Warum wir auf biologischen Anbau umstellen sollten / müssen. Sie beleuchtet die Folgen desAgrosprits: Volle Tanks und leere Bäuche.

Öffnungszeiten: samstags, 11.30 bis 12.30 Uhr (Offene Kirche zur Marktzeit), nach den Gottesdiensten sonntags, ab 12 Uhr und nach Vereinbarung. Veranstalter: Bürger-Aktion Umweltschutz Mönchengladbach e.V.

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