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Ein Beitrag von Andreas Rudolph
28 Jahre Kinder für
das Leben stark gemacht –
Hildegard
Georges verabschiedete sich als Leiterin des Ev.Kindergartens
Was hülfen
uns denn Wissensriesen, wenn sie Gemüter von Zwergen...
...hätten.
In dieser Frage von Hubert
Markl könnte sich
Hildegard Georges, so denke ich, auch nach 28 Jahren als Leiterin unseres
Ev.Kindergartens Ohlerfeld immer noch gut wiederfinden. „Wissensriesen“ zu
erschaffen mit „Gemütern von Zwergen“, Herausforderungen
und Veränderungen,
ja Bedürfnisse von Kindern und Familien als Bedrohung oder Belastung
zu sehen, einfach einen Job zu machen und nach Dienstschluß die
Tür zuziehen...all
das war nie ihr Ding! In einem WIR-Artikel im Sommer 1993 hat sie es
auf den Punkt gebracht: „Wir wollen durch unsere pädagogische
Konzeption Mut auf das Leben machen, mit Mut Neues entdecken und erfahren.
Denn alles, was die
Kinder ausprobieren, fördert ihre Entwicklung und hilft ihnen, ihren
Platz im Leben zu finden.“
Mit dieser Zielsetzung haben Generationen von
Kindern und Familien im Ev.Kindergarten Ohlerfeld sie als eine
verläßliche,
engagierte und kreative Weg-Begleiterin im intensiven Miteinander vor Ort erlebt.
Mit viel Freude an ihrem Beruf war und ist ihr im ganzheitlichen Selbst-Erfahrungsfeld
Kindergarten ein wertfreies Annehmen der Kinder (und Familien) und darüber
hinaus grundsätzlich der Mitmenschen und Mitgeschöpfe ohne Ängste
und Vorurteile ein zentrales Anliegen.
„Was macht Kinder stark, damit sie
ihr Leben heute und in Zukunft bewältigen können?“ Diese Frage
hat sie immer wieder zum Beobachten kindlicher Bedürfnisse und zur unterstützenden
und Hilfestellung bietenden Begleitung der Kinder bei der Verwirklichung ihrer
Bedürfnisse und Ziele, bei der Entfaltung ihrer Persönlichkeit geführt.
Und dabei hat sie die Kindergartenarbeit stets im Kontext des Lebensumfeldes
der Gemeinde gesehen. „Hierin sehe ich auch die große Chance von
Kindergartenarbeit als Arbeitsfeld der Gemeinde – ein immer wieder neues
Sich gemeinsam auf den Weg machen in vielfältigen Kontakten, Gesprächen
und Erfahrungen des Miteinanders.“ So hat sie es mir – und darin
kann ich ihr nur nachdrücklich zustimmen - in einem Interview anläßlich
ihres 25jährigen Dienstjubiläums am 1.10.2000 deutlich gesagt. Und
in unserer über 11jährigen Zusammenarbeit im Team der Mitarbeitenden
des 4.Pfarrbezirks habe ich ihre Grundhaltung stets sehr geschätzt.
„Ich
lebe mein Leben in wachsenden Ringen, die sich über die
Dinge ziehn. Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.“ - so hat es einmal der
Dichter Rainer Maria Rilke gesagt. Haben wir Menschen und die
Bäume nicht in der Tat vieles gemeinsam? Auch wir leben
unser Leben in wachsenden Ringen. Auch wir brauchen Zeit zum
Werden und Entfalten, zum Wachsen und Reifen. Jedes Jahr unseres
Lebens zählt und prägt. Was prägt uns? Wer prägt
uns? Welche Kreise zieht unser Leben? Um welche Mitte kreisen
wir? Nicht aus eigener Kraft wachsen und reifen wir, sondern
aus dem verborgenen Lebensgrund – aus Gott – wachsen
uns Kraft und Leben zu.
Und anders als ein Baum können wir weitergeben – unsere Erfahrungen
und Erinnerungen, unsere gewonnenen Überzeugungen und unseren gewachsenen
Glauben können wir zwischen den Generationen austauschen. Wie unser persönliches
Leben ist darum auch unser Zusammenleben in einem steten Wachstum begriffen.
Insofern werden wir bei unseren Jahresringen immer auch Schnittmengen mit den
Jahresringen anderer entdecken. Und das ist gut so, denn wir sind keine isolierten
Wesen, sondern auf Miteinanderleben in Gemeinschaft angelegt und auch darauf
angewiesen. Dies konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene am Sonntag,
den 29.Juni 2003 gemeinsam im Garten von Ev. Kindergarten
und Kirchsaal Ohlerfeld erleben – bei
unserem Familiengottesdienst mit Verabschiedung von Hildegard Georges nach 28
gewachsenen Jahresringen als Leiterin unseres Kindergartens, beim anschließenden
kleinen Empfang mit Imbiss und Zeit für gute Wünsche und Gespräche,
und beim von vielen mitgestalteten Kindergarten-Sommerfest: mit dem Zauberer
Manfred vom Zirkus „Flatsch“, dem Theaterstück der Kindergartenkinder
vom „Querk“, dem Abschied und „Rausschmiß“ der
zukünftigen Schulkinder inclusive Hildegard Georges sowie dem abschließenden
offenen Singen mit Liedwünschen der Kinder.
Eine lebendige Gemeinde in Bewegung – und
viele haben lange mit vorbereitet, mitgewirkt und nachbereitet. Ein herzliches
Dankeschön allen, die zum Gelingen dieses Sonntags beigetragen haben!!!
Zum 1.Juli hat nun Monika Fiedler die Leitung unseres
Kindergartens übernommen – zuvor
schon 17 Jahre im Team mit Hildegard Georges Erzieherin im Kindergarten
Ohlerfeld. Neu zum Team gehört ab dem 1.August Nicol Grösch,
bisher Jahrespraktikantin. |
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