Immer mehr Jugendliche geraten in die Schuldenfalle
Telefonieren mit Folgen

Handy

„Treffen wir uns später?“ – „Klar, ich ruf dich an, wenn ich Zeit habe“ – Fünf Minuten später eine SMS geschrieben „Tolle Idee mit dem Treffen. Freu mich dich zu sehen. Muss dir unbedingt die Geschichte mit Alex erzählen...“ – SMS-Antwort „Bin neugierig und gespannt. Und du weißt noch nicht das neuste von Jenny. Erzähl ich dir. CU.“
Drei Stunden später. Das Handy klingelt. „Ich hab jetzt Zeit. Treffen wir uns in einer Stunde bei dir?“ – „Komm vorbei, ich bin zu Hause.“ – 30 Minuten später klingelt wieder das Handy. „Du ich habe grade Kevin getroffen. Wir wollten noch was zusammen trinken gehen. Das wird etwas später.“ – „Kein Thema, ich sitze eh noch an Mathe. Lass dir Zeit und Gruß an Kevin.“ 15 Minuten später eine SMS aus der Stadt „Gruß von Kevin zurück. Wäre toll, wenn du Mathe mal an die Seite packst und zu uns kommst. Die Cola haben wir schon für dich bestellt :-)“  - SMS-Antwort: „Bin schon unterwegs. Muss nur die Funktion zuende diskutieren, aber dann bei euch“. Weitere 20 Minuten später. Das Handy klingelt erneut. „Grüß dich. Wo steckt ihr denn? Ich bin direkt in unserem Lieblingscafe.“ – „Na, wir sitzen hinten in der Ecke.“ – „Ach, da...“

Ein Nachmittag voller Kommunikation. Die Bilanz: knapp drei Euro, ohne Cola und ohne Busfahrt. Drei Euro nur für die Verabredung. Handylogos und den neusten Klingelton nicht mitgerechnet. Auf den Monat gerechnet kommen da durchschnittlich bei jedem Jugendlichen rund 28,- Euro zusammen. Das Handy ist einer der häufigsten Gründe, weswegen immer mehr Jugendliche nicht mit Geld zurechtkommen. Klar, gezahlt wird erst am Monatsende. Aber auch andere Dinge führen dazu, dass Jugendliche in eine richtige Schuldenfalle geraten. Da lockt die Bank mit einem kostenlosen Girokonto. Ist dieses mal kurz im Minus, werden beide Augen zugedrückt – kein Problem, die Bank verdient ja daran Geld. Ist der junge Kunde 18, wird ihm großzügig ein Kredit angeboten, das Möbelhaus erlaubt Ratenzahlung. Fazit: Jeder junge Mensch zwischen 13 und 24 Jahren in Deutschland hat durchschnittlich 1810,- Euro Schulden.

Der richtige Umgang mit Geld lässt sich lernen. Spartipps gibt es viele. Hier ein paar Beispiele: Bücher leihen, statt kaufen; Preise vergleichen; nie mit leerem Magen einkaufen gehen; Geld sparen und vor allem, sich einen Überblick über die monatlichen Ausgaben verschaffen. Dazu hilft am besten eine Tabelle, in der regelmäßig, am besten täglich, alle Einnahmen und Ausgaben eingetragen werden. Einnahmen, wie beispielsweise Taschengeld, Job, Geschenke und auf der anderen Seite Ausgaben wie etwa Handyrechnung, Klamotten, Fahrtkosten, Drinks, Essen, usw. Wichtig ist, dass wirklich jede Ausgabe eingetragen wird, auch die kleine Kugel Eis zwischendurch. Am Monatsende steht dann fest, ob die Ausgaben durch die Einnahmen gedeckt sind. Gut ist es natürlich, wenn mehr Einnahmen übrig bleiben. So besteht die Möglichkeit, für größere Anschaffungen zu sparen.

Wer für die Geldplanung professionelle Unterstützung braucht oder Schulden hat, kann sich deutschlandweit bei 170 Schuldnerberatungsstellen der Diakonie Rat und Hilfe holen. Diese Beratung ist kostenlos und vertraulich. Viele Beratungsstellen bieten für Schulklassen auch ein sogenanntes Finanzcoaching an. Die Adressen von Beratungsstellen und weitere Informationen stehen im Internet unter www.forum-schuldnerberatung.de.

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