Henning Scherf zur Ausstellung „Afrikas Großmütter im Kampf gegen Aids“
Stille Heldinnen – Fotos von Christoph Gödan

Jede Woche werde ich zu Kirchengemeinden, Seniorenvertretungen, Kommunalverbänden und anderen Gruppen eingeladen, um über die Möglichkeiten des Alters zu reden. Immer mehr Menschen in meinem Alter wollen ihren Lebensabend nicht so verbringen, wie es ihre eigenen Eltern getan haben. Sie fragen nach Alternativen, suchen Modelle, wollen ausprobieren, ob es nicht auch anders gehen kann.

Ich empfinde es als ein großes Geschenk, dass viele von uns alt werden und nach der Berufstätigkeit ein neues Leben beginnen dürfen. Ich freue mich auf jeden neuen Tag. Doch das Älterwerden bietet leider nicht überall auf dieser Welt die gleichen positiven Möglichkeiten.

Zwei Drittel der Senioren leben schon heute in den Entwicklungsländern – mit steigender Tendenz. Die ehemals jungen Gesellschaften in Lateinamerika, Asien und Afrika altern immer stärker. 2050 wird es weltweit erstmals mehr alte Menschen als Kinder geben. Diese demografische Entwicklung wird das Gesicht der Welt verändern. Was mich besonders bedrückt: 80 Prozent der Senioren in den Entwicklungsländern haben kein regelmäßiges Einkommen. 100 Millionen alte Menschen müssen derzeit sogar mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen. Gleichzeitig brechen in diesen Ländern immer mehr Familien aufgrund von Armut, Migration und AIDS auseinander und können ihre älteren Mitglieder nicht mehr länger in der Großfamilie auffangen und mitversorgen. Am Ende eines arbeitsreichen Lebens erwartet die große Mehrheit der Senioren Armut, Krankheit und Vereinsamung.

Doch trotz dieser schwierigen Lage beeindrucken die alten Menschen immer wieder durch ihren Einsatz für andere – oftmals bis an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit. Gerade in Afrika können wird dies gegenwärtig beobachten. Von den zwölf Millionen Waisen, die dort als Folge von HIV / Aids versorgt werden müssen, leben über die Hälfte bei ihren Großeltern. Insbesondere alte Frauen sind in der Pflege der eigenen erkrankten Kinder und der Betreuung der Waisen aktiv. Doch in den Hilfsprojekten und internationalen Kampagnen werden sie so gut wie gar nicht berücksichtigt, sondern bleiben in ihrem Kampf für die Enkel und gegen die AIDS-Epidemie meistens auf sich alleine gestellt.

Die Fotoausstellung „Stille Heldinnen“ zeigt die Gesichter dieser Frauen und lässt uns erahnen, mit welcher Energie und welchem Mut sie sich in diesen Kampf stürzen. HelpAge Deutschland unterstützt sie dabei. Damit sie es auch als ein Geschenk empfinden können, älter zu werden. Ich wünsche mir, dass viele Menschen in Deutschland sich durch diese Gesichter motiviert fühlen, für die stillen Heldinnen aktiv zu werden.

Öffnungszeiten:
03. bis 23.11., Mi, 17 bis 19 Uhr, Sa und So, 11 bis 13 Uhr sowie während der Veranstaltungen

So, 31.10., 17 Uhr, Christuskirche Eröffnung durch Hermann Schenck, Superintendent Evangelischer Kirchenkreis Gladbach-Neuss; Dietrich Denker, Vorsitzender Gemeindeverband Mönchengladbach; Michael Bünte, HelpAge

Do, 04.11., 19 Uhr, Christuskirche „Bude liest …“ – Lesung mit Musik Lesung mit Norbert Bude, Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach; Musik: Astrid Dichans

So, 07.11., 17 Uhr, Christuskirche „… und der dich behütet schläft nicht!“ Chorkonzert: Knabenchor der Musikschule Mönchengladbach, Evangelische Kantorei, Rheydt; Leitung: Udo Witt

Mo, 08.11., 19 Uhr, Christuskirche „Die Welt wird alt“ – Über das Leben der Senioren in anderen Regionen der Welt, Michael Bünte, HelpAge Deutschland; Vortrag und Film

Fr, 12.11., 19 Uhr, Christuskirche „Starke Frauen durch Mikrokredite!“ Ulrike Chini, Geschäftsführerin Westdeutscher Förderkreis Oikocredit

Mi, 17.11., 19 Uhr, Christuskirche „Hilfe wo Not am Mensch ist!“ Bernd Pastors, Geschäftsführer action medeor, Medikamentenhilfswerk

Alle Künstler und MitgestalterInnen treten ohne Gage und Honorar auf. Für sämtliche Veranstaltungen in der Christuskirche wird kein Eintritt genommen. Wir bitten um eine angemessene Spende für die Projekte von HelpAge. Führungen für Schulen, Vereine u. a. unter Telefon 021 66 / 61 59-29

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