Evangelische Jugendarbeit
Was ist das eigentlich?

Evangelische Jugendarbeit findet sich zunehmend in einer Art positiver Konkurrenz zu anderen "Anbietern im Freizeitsektor: Sportvereine, Musikschule, Computer, Internetcafé, Fernsehen, um nur einige Beispiele zu nennen. Dies stellt Herausforderungen an Evangelische Jugendarbeit. Sie braucht eine bestimmte Ausstattung, um Jugendliche zu erreichen, und sie braucht ein eigenes Profil, um sich von anderen "Anbietern zu unterscheiden. So haben Andachten und biblische Impulse bewusst ihren Platz.

Evangelische Jugendarbeit ist stärker denn je Beziehungsarbeit. Sie lebt davon, dass Mitarbeitende zu Kindern und Jugendlichen Beziehungen knüpfen. In dieser Beziehung spiegelt sich die Beziehung Gottes zu den Menschen wider.

Evangelische Jugendarbeit ist lebensbegleitend. Erste Kontakte zu Kindern und Jugendlichen werden häufig schon im Krabbelgruppenalter hergestellt. Je eher und früher Kontakt hergestellt wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, die Kinder später als Jugendliche zum Mitmachen zu gewinnen. Den breitesten Raum nehmen dann die Gruppen für Kinder im Grundschulalter ein. Kinderferienaktionen, Kinderbibelwochen sind Höhepunkte in dieser Zeit.Begleitend zum Katechumenen- und Konfirmandenunterricht gibt es die Möglichkeit, sich vor oder nach dem Unterricht im Jugendbereich zu treffen, Kicker oder Billard zu spielen oder anderweitig Freizeit zu gestalten. Besondere Aktionen wie die CreaTour oder die Harry Potter Nacht auf Gemeindeverbandsebene werden sehr gut angenommen. Besonders wichtig in dieser Zeit sind Wochenend- und Ferienfreizeiten, weil hier intensiv zusammengelebt wird und Beziehungen stärker wachsen. Nach der Konfirmation gibt es Jugendtreffs, Offene Tür Angebote und verschiedene Möglichkeiten der Mitarbeit in Kindergruppen oder Aktionen.

Evangelische Jugendarbeit ist Lebenswelt-bezogen. Sie knüpft an die Erfahrungen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen an und macht hier christliche Werte  erlebbar. Beispiele hierfür sind Aktionen wie die Harry Potter Nacht oder Projekte zum Thema Gewalt.

Evangelische Jugendarbeit ist ökumenisch ausgerichtet. So sehr ein evangelisches Profil gesucht wird, so wichtig ist heute - angesichts der "Diasporasituation von Kirche und Christen allgemein in unserer pluralistischen Gesellschaft - auch die Zusammenarbeit mit den katholischen Gemeinden. Ökumenische Kinderbibelwochen, das Taizégebet und der (neu belebte) Jugendkreuzweg sind dafür hoffnungsmachende Beispiele.

Evangelische Jugendarbeit ist zielgruppenorientiert. Eine Zielgruppe sind die Mädchen. Inzwischen gibt es vier Mädchengruppen in den Verbandsgemeinden. Eine andere Zielgruppe sind sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche, die Angebote der Offenen Tür nutzen.

Evangelische Jugendarbeit ist innovativ und setzt sich mit neuen Medien auseinander. Im Herbst 2000 gab es die Kindermalaktion zum Thema "Hier wohnt (der liebe) Gott!. Von den schönsten Motiven wurden Grußkarten gedruckt, die verkauft werden. Dies ist eine Form, neue Geldquellen zu erschließen. Im Haus Zoar ist jetzt ein Internet-café eingerichtet. Jugendlichen wird hier die Möglichkeit gegeben, im Internet zu surfen, zu spielen, zu recherchieren und selbst Websites zu gestalten.

Evangelische Jugendarbeit ist einladend. In einer offen und unaufdringlichen Atmosphäre möchten wir mit Jugendlichen arbeiten, ihnen Räume für die Lebensgestaltung öffnen, mit ihnen nach christlich Lebbarem suchen.

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