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Ev. Kirche und der Karneval
Presbyter und Prinz - ein Interview

Klaus Brose in Aktion...
Presbyter und Prinz. Zwei Ämter, die Klaus Brose bekleidet und bekleidet hat. Er ist Presbyter der Christuskirchengemeinde, und er war Karnevalsprinz in Mönchengladbach. Vor zwölf Jahren erlebte er mit seiner Frau Helga Brose-Ullrich dieses närrische Highlight. Neun Jahre Präsidentschaft der Gladbacher Prinzengarde folgten. Er gehörte zum Mönchengladbacher Karnevalsverband (MKV) und gründete mit anderen den Jugend-MKV. Klaus Brose rief Veranstaltungen wie „Sinfonie in Dur und Doll“ und „Jugend in die Bütt“ ins Leben. Mit dem Herzen ist der Lehrer und dreifache Familienvater immer aktiver Straßenkarnevalist geblieben. Seit mittlerweile 55 Jahren, wie er betont. Mit ihm sprach unser Redaktionsmitglied Werner Beuschel.
Den Karneval nicht nur zu lieben, sondern auch zu leben – wird einem so etwas schon an der Wiege gesungen?
Vielleicht. Ich habe mich schon als Kind gern verkleidet, zum Beispiel war ich Cowboy oder Spanier. Ich wuchs ja im Allgäu auf, aber so richtig habe ich den Karneval entdeckt, als ich mit elf Jahren ins Rheinland kam.
Elf – bestimmt keine zufällige Zahl.
(lacht) Eine närrische Zahl, stimmt. Ich weiß, dass ich als Kind Schauspieler werden wollte. Diese Lust am Verkleiden und am Aus-Sich-Herausgehen ist bis heute geblieben. Eigentlich ist das jecke Treiben wie ein Bazillus, und der sollte möglichst breit gestreut werden. Ich finde es immer wieder toll, wenn man merkt, wie der Funke zwischen dem Entertainer auf der Bühne und dem Publikum permanent hin und her springt wie das bei der „Sinfonie in Dur und Doll“ geschehen kann. Das macht einfach Spaß und man merkt: die Leute wollen mitmachen.

Klaus Brose als Prinz...
Der Bazillus hat also womöglich eine gesundheitsfördernde Wirkung.
In jedem Fall. Zu den bewegendsten Momenten meiner Prinzenzeit gehörte, als meine Frau und ich eine Krankenhausstation besuchten und die Patienten und Schwestern auf einmal lächelten – einfach nur, weil wir in unserem Prinzenornat da auftauchten. Für mich ist das entscheidend für den Karneval: dass man nicht nur selber Spaß an der Freud hat, sondern auch anderen eine Freude machen kann.
Dass man aus sich herausgeht - zur Freude der anderen und dass es einem auch selber gut tun kann – das erinnert mich an Luther und seine Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“. Im Glauben, so Luther, geht der Christ über sich hinaus zu Gott, und in der Liebe hinunter zu seinem Nächsten.
Das ist bestimmt eine Parallele. Und gerade das Gemeinschaftliche spielt ja in der Kirche wie im Karneval eine große Rolle. Im Gottesdienst sind mir zum Beispiel das gemeinsame Abendmahl und das gemeinsame Singen wichtig. Und dass möglichst viele Sinne angesprochen werden. Denn so heißt es ja in der Bibel: schmecket und seht, wie freundlich der Herr ist. Das dürre Wort alleine richtet nicht viel aus.
Wie erleben die Gladbacher beim Veilchendienstagszug ihren dollen Klaus?
Mein Kostüm orientiert sich am Motto: wirrke und fiere. Auf der einen Seite trage ich einen Blaumann, auf der anderen mein kunterbuntes Kostüm. In der Hand halte ich einen Spiegel, den ich mir und den anderen vorhalte. Auf der Rückseite des Spiegels steht ein Spruch.
Welcher?
(lacht) Da dürfen sich die Zugbesucher überraschen lassen
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