Kooperation mit der Stadtbibliothek Mönchengladbach
Lesespaß in den Spielgruppen in Ohlerfeld und St. Michael, Holt

Seit Anfang März gibt es in den Spielgruppen im 4. Bezirk ein neues Angebot, dass sich im Rahmen der Erwachsenenbildung an die teilnehmenden Eltern richtet. Durch eine Kooperation mit der Stadtbibliothek Mönchengladbach ist es gelungen, dass bisherige klassische Angebot in den Gruppen durch „mediale Elternratgeber“ zu ergänzen.
Die Stadtbibliothek stellt den Spielgruppen, für einen Zeitraum von 8 Wochen, Medienboxen mit ausgewählter Literatur für die Altersgruppe 1-3 Jahre zur Verfügung. Im Rahmen der Spielgruppentermine können die Eltern diese Medien zu unterschiedlichen Themenbereichen entleihen. Nach Ablauf der 8 Wochenfrist werden die Boxen durch die Bibliothek aktualisiert, so dass zukünftig permanent die neusten Medien vor Ort entliehen werden können. Dieser Service wird kostenlos von der Bibliothek angeboten und berücksichtigt selbstverständlich auch thematische Wünsche der Eltern.
Mit dieser neuen Dienstleistung wird auf den Wunsch der Eltern reagiert, sich umfassend auf kurzem Weg zu informieren. Die Medienboxen können und sollen keinen Bibliotheksbesuch mit Kindern ersetzen. Sie geben den Eltern lediglich die Möglichkeit, die für sie relevante Literatur zu Erziehungsthemen in entspannter Atmosphäre zu entleihen.

Interview mit Herrn Guido Weyer, M.A.,
Leiter der Stadtbibliothek Mönchengladbach zum Thema „Medienbox Elternratgeber“

Die Kooperation zwischen der Stadtbibliothek und den Spielgruppen im 4. Bezirk der Christuskirchengemeinde ist eine neue, lobenswerte Entwicklung. Was hat die Bibliothek dazu motiviert, diese neue Dienstleistung anzubieten?

Die Stadtbibliothek Mönchengladbach ist die größte Bildungs- und Kultureinrichtung der Stadt. Sie ist neben einer Wissenschaftlichen- auch eine Öffentliche Bibliothek, mit einer Zentrale sowie vier Zweigstellen, darunter zwei kombinierte Schul- /Stadtteilbibliotheken. Wertvolle historische Altbestände wie z.B. die „Volksvereinsbibliothek für das katholische Deutschland“ sowie die historischen Altbestände der Franziskanerbibliothek „Wissenschaft und Weisheit“ (eine Schenkung des Franziskanerordens an die Stadt Mönchengladbach, 2003), sind in der Stadtbibliothek untergebracht. Als Wissenschaftliche Bibliothek arbeitet die Stadtbibliothek an der Erschließung, Erhaltung, Restauration und Bereitstellung dieser Bestände. Als Öffentliche Bibliothek steht die Stadtbibliothek jedem interessierten Bürger der Stadt zur Verfügung. Die Kundenorientierung innerhalb des Lektorates ermöglicht einen aktuellen multimedialen Bestand, orientiert an der Kundenerwartung. So konnten die Ausleihzahlen innerhalb der letzten 5 Jahre von jährl. 550.000 auf über 1.000 000 gesteigert werden.

Die Stadtbibliothek ist auch eine soziale Bibliothek, die mit unterschiedlichsten Projekten ihre soziale Verantwortung erfüllt. Zu nennen wäre da der mobile Bücherdienst für betagte Bürger/innen (ehrenamtlich umgesetzt), das Blindenlesegerät sowie Hörbücher für sehbehinderte Menschen, die sozialpädagogische Begleitung jugendlicher Kunden oder die ehrenamtlich tätigen Jugendlichen im Jugendbereich „Medien Corner com.mal“ uvm.
Im Rahmen der „sozialen Bibliothek“ erreicht die Stadtbibliothek unterschiedliche Kundengruppen auch mobil. Mit dem sehr erfolgreichen Projekt „Bücherkisten für Kindergärten und Schulen in der Stadtbibliothek Mönchengladbach“ leistet die Bibliothek u.a. einen kostenlosen Beitrag zur Sprach- und Leseförderung im Kinderbereich.
Die Idee, Medienboxen als Elternratgeber in Spielgruppen vorzuhalten, ist neu. Durch Kooperation mit der Ev. Christuskirchengemeinde Mönchengladbach entsteht eine neue Dienstleistung der Bibliothek, eine weitere Möglichkeit den sozialen Gedanken voran zu treiben. Kostenlose Präsenz vor Ort erlaubt interessierten Eltern den direkten Zugriff auf aktuelle Lektüre.
Zur Zeit sind zwei Medienboxen an die Spielgruppen der Ev. Christuskirchengemeinde entliehen. Nach Ablauf von 8 Wochen werden sie aktualisiert. Sollte diese Dienstleistung gut angenommen werden, wird die Bibliothek auch dieses Angebot erweitern und Institutionen mit gleicher Zielgruppe zur Verfügung stellen.
Mit dieser Dienstleistung reagiert die Bibliothek auf Erfahrungen von Eltern, die mit ihren Kleinkindern die Bibliothek aufsuchen. Nicht immer gestaltet sich die Wegstrecke zur Bibliothek einfach, dort angekommen wollen die Kinder stöbern und beaufsichtigt werden, so dass für die Eltern kaum Zeit bleibt, sich selbst zu informieren.
„Ich denke, das dieses Projekt für alle Beteiligten eine neue spannende Erfahrung wird, auf die ich mich gerne einlasse. Innovatives soziales Handeln im Sinne des Gemeinwohls stärkt das Miteinander. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich für die Kooperationsbereitschaft der Christuskirchengemeinde bedanken.“ So, Guido Weyer M.A., Leiter der Stadtbibliothek.

Dipl.Soz.Päd. Dagmar Jansen, Kinder- und Jugendleiterin 4. Bezirk

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