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Der Spruch des Monats April ![]() Monatsspruch April: Mitte März meldet meine Tageszeitung die bittere Lebensbilanz von Klausjürgen Wussow: „Ich war so ein unglaublicher Volltrottel“. Der Schauspieler mit Millioneneinkünften, heute aber ein Sozialfall, sagte in einem Interview, er sei sein Leben lang von seinen Frauen nur ausgenutzt und ausgenommen, hintergangen und betrogen worden. „Und wissen Sie, was das Allerschlimmste ist? Ich habe es hingenommen und ertragen wie ein Schaf.“ Der Schauspieler als Schaf – diese Rolle macht ihm wohl zu schaffen. Immer noch oder jetzt erst recht. Hätte ich doch, wäre ich doch: solche Töne klingen zwischen den Zeilen des Interviews durch. Hätte ich doch rechtzeitig mit der Faust auf den Tisch gehauen, hätte ich aus gegebenem Anlass Tacheles geredet, wäre ich doch mal richtig aus der Haut gefahren. So aber war und bin ich bloß ein Schaf. Blökend und blöd. Wandelt sich mit neuem Text die Rolle? Wird mit dem Monatsspruch aus dem Schaf ein Friedensengel? Vergeltet nicht Böses mit Bösem und Scheltwort mit Scheltwort: das Lebensmotto eines mittlerweile verarmten Mimen, wie es im Buche steht? Mag er noch so bitter bilanzieren, mögen ihn seine nicht nur an Lebenserfahrung reich gewordenen Gemahlinnen belächeln – und die Bibel hat doch Recht. Sie gibt unserm Mann Recht. Wirklich? Auf den ersten Blick vielleicht. Auf den zweiten nicht unbedingt. Denn die Bibel ermuntert in manchem Kapitel, Unrecht auch Unrecht zu nennen. Sie sieht den Menschen mit den Augen Gottes, und dieser vielsagende Blick will zuerst die Würde von uns Gotteskindern wahren. Also bitte kein frömmelndes Gesülze und kein „Eiapopeia vom Himmel“, gegen das schon Heinrich Heine allergisch war. Aber wir müssen auch den Tatsachen ins Auge sehen. Es gibt ja den „Fluch der bösen Tat, dass sie fortzeugend Böses muss gebären“ (Friedrich Schiller). Es gibt ja die Spirale der Gewalt, die scheinbar zwangsläufig sich weiter windet. Es gibt ja die Logik der Gewalt, dass nach bösen Worten Attacken gegen Leib und manchmal auch Leben geritten werden. Wohl dem, der dann einen Ausweg kennt. Ein solcher Ausweg wäre der Segen. Wie eine Mutter und auch ein Vater ein Kind in den Arm nimmt, das außer sich ist, das traurig und vielleicht auch zornig ist – so nimmt der Segen einen in die Arme des Himmels. Das ist, mit einem alten Wort gesagt, ein begütigender Vorgang. Natürlich ist das, was einen traurig oder auch zornig macht, nicht weggezaubert. Es wird nicht ungeschehen gemacht. Aber der Segen sagt: du stehst nicht selber auf dem Spiel, ganz egal wie dir mitgespielt wird. Dafür bist du einfach zu gut. Weil ich an deiner Seite stehe. Das ist die Logik des Segens. Aber vielleicht funktioniert diese Logik des Segens nur, weil Gott eine Rolle spielt. Es ist nicht direkt die Rolle des Schafes. Aber die Rolle des Lammes. Von Gottes Sohn, von Jesus Christus, sagt die Bibel: „Seht das Lamm Gottes, das hinwegträgt die Sünde der Welt.“ |
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