Evangelisches Krankenhaus BETHESDA
Nach Hause finden ist gar nicht so leicht...

Seit dem 1. Januar 2007 ist sie Chefärztin am Brustzentrum Niederrhein im Evangelischen Krankenhaus BETHESDA: Frau Professorin Dr. Ulrike Nitz. Mit ihr sprach die Krankenhausseelsorgerin Ute Dallmeier.

D: Seit Anfang des Jahres sind Sie Chefärztin im BETHESDA Krankenhaus und seit den Sommerferien Bürgerin dieser Stadt, wo ist Ulrike Nitz?

N: Dort, wo ich bin, ist auch Ulrike Nitz. Natürlich werde ich in vielen Funktionen angesprochen, als Ärztin, Beraterin, Chefin, Teamleiterin, Expertin und im privaten Bereich als Mutter, Freundin und Hundehalterin. Es ist mir wichtig, dass bei allen Anfragen Mensch und Funktion nicht auseinander fallen. In den Begegnungen authentisch bleiben. So lässt sich gemeinsam lachen und weinen, streiten und versöhnen. So bin ich in der Lage, den oftmals schwierigen Weg meiner Patientinnen zu begleiten.

D: Bleibt Zeit für ein Privatleben?

N: Nach Hause zu kommen ist gar nicht so leicht. Die beruflichen Anforderungen sind hoch. In dieser ersten Phase, seit ich das Brustzentrum von meinem Vorgänger Prof. Muck übernommen habe, gab es sehr viel zu organisieren. Die Zertifizierung brachte Weiteres, die Patientinnen haben Vertrauen. Wäre nicht Sommer, wäre es oft schon dunkel, wenn ich das Haus verlasse.

D: Ist es weit bis nach Hause?

N: In den Ferien sind wir hierher gezogen. In die Nähe des Volksgartens. Die Stadt hat uns mit offenen Armen empfangen: zwei Rollen gelber Sack, Borussiakarten werden nachgeliefert, so der Beamte im Rathaus. Nette Nachbarn, erste Kontakte. Der Fußweg an der Niers entlang bis zum Schloß ist entdeckt. Nur unser Hund ist gleich `mal ausgebüchst. Wie gesagt, nach Hause finden ist gar nicht so leicht.

D: Wie kam er zurück?

N: Das Tierheim in Lürrip hatte ihn aufgenommen.

D: Wie soll sich Ihre Arbeit weiterentwickeln?

N: Mein Team und ich sind jetzt soweit, daß wir die Strukturen und Abläufe in der Klinik analysiert haben, gefragt haben, inwieweit sie patientinnen- und angehörigengerecht sind und was noch zu einer guten Begleitung gehört oder was aufgebaut werden muss. Parallel haben wir eine große Anzahl von Patientinnen behandelt. Und so soll es weitergehen: die Frau im Mittelpunkt: Prävention und Aufklärung: weitere Patientinnenkongresse, Reduzierung der Belastungen: Ein Studienprogramm im Rahmen der Chemotherapien, Verbesserung der Hilfsmöglichkeiten: Ausbau des psychsozialen Netzwerkes innerhalb und außerhalb der Klinik, Verlässlichkeit der Dienstwege: enge Zusammenarbeit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in meiner Klinik, mit den anderen Kliniken im Haus und in der Stadt und natürlich mit den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, denn hierher kehren die betroffenen Frauen ja zurück.

D: Zurückkehren ist gut. Was werden Sie am Ende Ihres heutigen Arbeitstages tun.

N: Nach Hause finden und mit meinem Sohn ab auf’s Fahrrad.

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