Ökumenischer Kirchentag 2010: Landesbischof Johannes Friedrich
Brückenbauer, Prediger, Politiker
Zur Vorbereitung auf den Ökumenischen Kirchentag in München besucht der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Dr. Johannes Friedrich, Mönchengladbach. „Eine unpolitische Kirche kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Friedrich. Der 60-jährige Theologe ist allerdings nicht vorrangig auf politische Profilierung bedacht. Friedrich sieht sich als einen Mann des Ausgleichs: „Brücken bauen“ nennt er sein wichtigstes Anliegen und meint damit Brücken zwischen den Konfessionen.
Als Landesbischof ist Friedrich Mitglied im Vorstand des 2. Ökumenischen Kirchentags und verbindet mit dem Kirchentag eine Kirche der Zukunft: „Ich hoffe, dass schon während der Vorbereitung viele neue ökumenische Verbindungen und Projekte in den Gemeinden vor Ort entstehen, so dass wir während der vier Tage des Ökumenischen Kirchentags im Mai 2010 den Höhepunkt eines langen, positiven ökumenischen Prozesses feiern können“, wobei Friedrich für eine Ökumene der kleinen Schritte wirbt. Bei der Diskussion um ein gemeinsamen Abendmahl sieht er hinter der katholischen Abendmahlsauffassung das Amtsverständnis der katholischen Kirche. Das könne nicht in München geklärt werden, zumal sich das Abendmahl nicht zur Provokation eignet, so Friedrich. Theologische Probleme durch das unterschiedliche Amtsverständnis von Pfarrern und geweihten Priestern könnten nicht ignoriert werden, zumal die Ökumene keine Gleichmacherei sein dürfte. Ökumene müsste vielmehr dazu befähigen, den anderen in seinem religiösen Leben zu akzeptieren. Zum Credo der ökumenischen Partnerschaft gehöre der Respekt, dass Menschen ihren Glauben anders leben.
Friedrich wird diese Überzeugungen und Positionen und seine ökumenischen Visionen in einem Vortrag in der Citykirche am 17. März um 19 Uhr darlegen und diskutieren. Seien Sie herzlichst dazu eingeladen!
Landesbischof Johannes Friedrich geboren am 20. Juni 1948 in Gadderbaum / Bielefeld, 1967 Abitur in Erlangen, Studium der evangelischen Theologie an den Universitäten Tübingen und Erlangen, 1979 Gemeindepfarrer an St. Egidien, 1985 bis 1991 Propst der Evangelischen Gemeinde in Jerusalem, 1991 Stadtdekan in Nürnberg, seit 1999 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
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