Aus dem Presbyterium der Friedenskirchengemeinde
Vier an die "Dankstelle"

Wenn im Gottesdienst am 28.März (11 Uhr, Friedenskirche) die neu gewählten Presbyterinnen und Presbyter in ihr Amt eingeführt werden, wollen wir gleichzeitig die ausscheidenden Mitglieder des Presbyteriums verabschieden.
Mit dieser Presbyteriumswahl wird sich ein großer Wechsel in unserem Leitungsorgan vollziehen. Zum einen wird es mindestens sieben ´neue Gesichter´ geben, zum anderen  scheiden zehn´vertraute Gesichter´ aus.
Ihnen gilt es, auch in aller (Gemeinde-) Öffentlichkeit Danke zu sagen: Frank Hofmann (4 Jahre), Inge Umbach (4 Jahre), Ralf Büchsenschütz (4 ½ Jahre), Dagmar Peters (8 Jahre),  Hans Caumanns (8 Jahre), Ulrich Schimming (17 Jahre, stand wieder zur Wahl) .
Und: Mit den anderen vier ausscheidenden Presbytern geht quasi eine „Ära“ zu Ende. Denn mit Siegfried Hausberg (24 Jahre), Dr. Martin Hütter (24 Jahre), Hans-Joachim Wunsch (39 Jahre) und Hans-Martin Ruf (40 Jahre) gehen 127 Jahre Presbyteriumsarbeit in unserer Gemeinde zu Ende!

Diese Zeiten der Mitarbeit im Presbyterium sind außergewöhnlich und verdienen einen dementsprechenden besonderen Dank, an dieser Stelle wie am 28. März. Und das Engagement dieser „Vier“ verdient, zumindest stichwortartig, einige Erinnerungen: So waren Herr Ruf und Herr Wunsch in der „Geburtsstunde“ der Friedenskirchengemeinde, der ersten Presbyteriumssitzung der Friedenskirchengemeinde überhaupt (15.03.1965) nach der Teilung der Evangelischen Kirchengemeinde Gladbach, dabei.

Herr Ruf hat sogar die Übergangsphase seit dem 06.04.1964 miterlebt und mitgestaltet. Später hat er viele Jahre als Finanzkirchmeister, in großer Verantwortung mit Weitblick (nicht nur im Denken an die Zukunft der Gemeinde, sondern auch in der Schau über die eigene Gemeinde hinaus) und in, so möchte ich es einmal nennen, ökumenischer und diakonischer Leidenschaft die Arbeit im Presbyterium und der Gemeinde mitgeprägt. Unvergesslich für mich ist eine Reaktion von ihm in einer Presbyteriumssitzung vor etlichen Jahren, als er angesichts der sich häufenden Anschläge auf Asylbewerber-Wohnheime entschieden ausrief: „Wir müssen uns als Christen schützend vor diese Menschen stellen!“  Auch in allem finanziellen Organisieren und Planen ging es ihm immer um „die Menschen“, eben ein echter „rheinischer Kirchmeister“.

Herr Wunsch war ungezählte Jahre Baukirchmeister, das heißt, er hatte in besonderer Weise mit Bau, Pflege und Sanierung von gemeindeeigenen Gebäuden und Wohnungen zu tun, bis heute! Seine beruflichen Erfahrungen hat er dabei treu auch über unsere Gemeinde hinaus im Bereich des Gemeindeverbandes mit eingebracht. Wie viele sogenannte ´Baubegehungen´ hat er mitgemacht, wie viele Pläne und Zeichnungen studiert, wie oft wurde er bei plötzlich auftretenden Schäden alarmiert, mit wie vielen Handwerkern und Mietern hat er zu tun gehabt ? In seinem Verantwortungsbewusstsein ist er dabeigeblieben bis hin zu den Verkaufsverhandlungen des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses! Auch vor dieser besonders schmerzhaften Aufgabe ist er nicht ausgewichen, eben typisch für diesen Presbyter „der ersten Stunde“.

Nicht ganz so lange, aber eben auch schon ´seit Urzeiten´ hat Herr Dr.Hütter im Presbyterium und in der Gemeinde mitgearbeitet. Sein besonderes Augenmerk galt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unserer Gemeinde und in unserer Stadt. Dass neben seiner praktischen Mitarbeit und seinem Einsatz in Ausschüssen und Gremien noch Raum für zeitraubende Arbeit im Kirchenkreis, für ökumenische Kontakte mit der katholischen Jugendarbeit, für Pfadfinderarbeit in MG wie auf Landesebene, für Aufgaben als Predigthelfer, für Mitarbeit im Aufsichtsrat von Bethesda, für politische Kontakte und Engagement als „Lobbyist“ für Jugendarbeit war, macht deutlich, wie er mit ganzem Herzen bei seiner kirchlichen Arbeit war (und sicher trotz Ausscheiden aus dem Presbyterium auch bleiben wird).

Herr Hausberg, der wie Herr Dr. Hütter im Mai 1980 seine erste Presbyteriumssitzung erlebte, hatte in seinem Wirken eine Menschengruppe besonders im Blick: die Männer. Männerkreisarbeit und Männerarbeit im Kirchenkreis und in der Landeskirche hatten in Herrn Hausberg einen engagierten Vertreter. Da schlug und schlägt sein Herz! Dazu trat seit vielen Jahren sein Engagement bei der Aktion „Leben nach Tschernobyl“. Wer ihn einmal von einer seiner Reisen  und seinen Eindrücken hat berichten hören, für den wurden Menschenschicksale auch im fernen Weißrussland lebendig.
Alle vier waren natürlich auch in „ihrem“ Bezirk besonders verwurzelt und aktiv. Und auch noch an ganz vielen anderen Stellen, die gar nicht alle aufzuzählen sind.

Die Friedenskirchengemeinde verdankt ihnen unendlich viel. Ihnen und ihren Ehefrauen und Familien, die das Engagement mit trugen, manchmal aber auch darunter zu leiden hatten. Auch diesen „Vieren“ gilt ein außergewöhnlicher Dank für Ihr Verständnis, Ihre Geduld und Ihr Anteilnehmen. In den Gottesdienst am 28. März (an diesem Sonntag ist in unserer Gemeinde nur in der Friedenskirche Gottesdienst!) um 11 Uhr soll das Willkommen an die neu Gewählten und der Dank an die Ausscheidenden einfließen. Feiern Sie mit uns und drücken Sie Ihrerseits aus, was kaum in Worte zu fassen ist: Danke ! 

Dirk Sasse, Vorsitzender des Presbyteriums

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