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Ein Beitrag von Christian Feldmann
Die beiden Studenten Hans und Sophie Scholl – setzten sie alles auf eine Karte, weil sie die Anspannung der letzten Monate nicht mehr aushielten? Der Hausmeister Jakob Schmied, ein strammer SA-Mann, rannte den beiden nach und schleppte sie in das Rektorat. Nur wenige Tage später wurden Hans und Sophie Scholl in einem Schauprozess zum Tod verurteilt und zum Schafott geführt. Sophie Scholl stammte aus einer Familie, in der selbstständiges Denken geschätzt war. Im Bund Deutscher Mädel hielt es sie nicht lange. Sie begriff nicht, warum ihre Lieblingsfreundin Inge, die mit ihren blonden Haaren und blauen Augen das Musterexemplar eines deutschen Mädchens darstellte, als Jüdin dort nicht erwünscht war. Jeder Mensch müsse doch „damit rechnen, im nächsten Augenblick von Gott zur Rechenschaft gezogen zu werden“, notierte Sophie in ihrer nüchternen Religiosität. Sie nahm sich die Freiheit, den Krieg vom ersten Augenblick an anders zu bewerten als die offizielle Propaganda. Sophies Bruder Hans, der Medizin zu studieren begonnen hatte, ließ sich bei den regelmäßigen Diskussions- und Leseabenden mit seinen Freunden in der Opposition bestärken. Doch durfte man sich auf philosophische Gespräche und die Lektüre kritischer Bücher beschränken, wenn überall aufrechte Christen verfolgt, Gewerkschafter verhaftet, Juden deportiert und ganze Regimenter in einem wahnwitzigen Krieg an der Front verheizt wurden? Im Sommer 1942 begann die Gruppe, Flugblätter zu entwerfen, mit der Aufforderung: „Leistet passiven Widerstand, ehe es zu spät ist, ehe die letzten Städte ein Trümmerhaufen sind (...). Wir schweigen nicht, wir sind Euer Gewissen; die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!“ Wenige Tage nach der Hinrichtung tauchten an der Fassade der Universität neue Inschriften auf: „Scholl lebt! Ihr könnt den Körper, aber niemals den Geist zerstören!“ |
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