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Gedanken zur Trauung - von Antje Brand ![]() Eine Kirchliche Trauung ist etwas Schönes! Die Glocken läuten, die Orgel braust, und spätestens ab diesem Zeitpunkt erfährt die Welt von der Liebe zweier Menschen. Da trauen sich zwei gemeinsam auf den Weg, sie trauen sich gegenseitig und sie trauen Gott und so kommen sie zur Trauung und mit ihnen die Gäste, die zu Zeugen und Fürbittenden werden. In unseren Traugottesdiensten wird die Liebe zweier Menschen in den Horizont der Schöpfung Gottes eingebunden. Die Liebe ist nicht Verdienst und kann nicht verdient werden, sie ist Geschenk Gottes und also ist ein Traugottesdienst von der Freude und Dankbarkeit über dieses Geschenk geprägt. Jedes Paar sucht sich einen Trauspruch aus, einen Vers aus der Bibel, der wie ein Motto, ein Ziel, eine Hoffnung, ein Anspruch über dem gemeinsamen Weg steht. Und es gibt Texte aus der Bibel, die unser christliches Eheverständnis geprägt haben. Unter anderen zählt der folgende Text dazu: „Und Gott schuf den Menschen als Mann und Frau… Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ (1. Mose 1,27; 2,24) Was steckt dahinter? Was wollen diese Worte? Wenn zwei Menschen sich entschließen zu heiraten, dann tun sie das im Allgemeinen aus Liebe und in der Hoffnung auf viele gemeinsame Jahre, in Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Sie werden Eins und sie hoffen, dass es so bleiben möge, denn zu zweit sind sie ‚Mensch’ nach Gottes Bild, denn ‚Gott schuf den Menschen als Mann und Frau…’. Zu zweit steht es sich sicherer, ist man nicht einsam und gemeinsam ist man stark. Auch von ihrer Umwelt werden sie als eine Einheit gesehen, und sie selbst bekennen mit dem Gang zum Traualtar, dass der Ehepartner, die Ehepartnerin DAS Gegenüber ist, dem er/sie alle Liebe schenken möchte, mit dem er/sie durch Dick und Dünn gehen möchte, den/die man nie wieder missen möchte. ‚Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen …’, das heißt, sie werden ihren eigenen gemeinsamen Weg gehen. Auf diesem gemeinsamen Weg ist es die Kunst: Eins zu werden, zu sein, aber dennoch für den Partner / die Partnerin Gegenüber zu bleiben. Es geht nicht darum, am Traualtar die Individualität abzugeben, sich aufzugeben. Es geht darum, den anderen / die andere in ihrer / seiner Einzigartigkeit anzunehmen, ernst zu nehmen, zu lieben und sich gegenseitig gemeinsam stützend, tanzend und suchend auf den einen Weg zu begeben. Wenn die beiden dann vor Gott und dieser Gemeinde „Ja“ sagen, bitten sie Gott um Segen für ihre Liebe, für ihre Partnerschaft, für ihr ‚Ich und Du’, für ihren gemeinsamen Weg. Sie sagen: „Ja, mit Gottes Hilfe“, wissend, dass ihre eigene Kraft, Weisheit und Liebe manchmal nicht ausreichen werden, um gemeinsam weiterzugehen. So legen sie ihre Liebe, ihre Ehe ganz bewusst in Gottes Obhut, glaubend, dass ER, des Name ‚Ich bin da’ lautet, da ist und immer auch für sie da sein wird. Das heißt nicht, dass Braut und Bräutigam halbherzig lieben, wenn sie sich das Ja-Wort geben! Sie sagen damit, wir glauben: Gott ist bei uns, ER steht mit SEINER Liebe und Treue zu uns, wir können uns in Freude und Not an IHN wenden, bei IHM sind wir als Mann und Frau gehalten. |
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