Interview mit Ulrich Hille, Presbyter der Christuskirchengemeinde
„Presbyteramt ist ein Vertrauensbeweis“

Seit mehr als einem Jahr verstärkt Ulrich Hille das Presbyterium der Christuskirchengemeinde. Er wohnt mit seiner Frau und Töchterchen Meret seit 2002 in der Oberstadt. Mit dem Unternehmensberater sprach Werner Beuschel.

?Herr Hille, Presbyter heißt ja übersetzt: Ältester. Sie zählen zu den Jüngsten im Presbyterium.
!Stimmt – darüber habe ich bisher nicht nachgedacht. Es freut mich aber, mit 34 noch einmal einer der Jüngeren in einer Gruppe zu sein, denn das war ich in den letzten Jahren immer seltener (lacht). Ansonsten spielt das Alter bei meiner Tätigkeit sicher keine so große Rolle. Entscheidend ist ja, dass man sich zu den Themen des Presbyteriums eine Meinung bilden und Verantwortung übernehmen kann. Ein paar frische Gedanken sind dabei bestimmt nicht schlecht. Den Begriff „Ältester“ sehe ich also eher im übertragenen Sinn.
?Und in diesem übertragenen Sinn verwendet die Kirche ja auch den Begriff Presbyter. Frage: Sie sagen, dass Sie als Presbyter Verantwortung übernehmen. Wie sah die für Sie in den letzten Monaten aus?
!Kurz gesagt: Bei den verschiedensten Themen – von Personalfragen bis zu Investitionen – Argumente abzuwägen und zu einer Entscheidung zu kommen. Man muss sich dabei klar machen, dass hinter den nüchternen Tagesordnungspunkten sehr reale Vorgänge stehen, die unsere Gemeinde oder einzelne Personen direkt betreffen – manchmal über Jahre hinaus. Die Vermietung unseres Gemeindehauses ist ein Beispiel dafür, wie Entscheidungen von Kollegen und mir das Gemeindeleben beeinflussen können. Ein Mandat für solche Entscheidungen zu besitzen, empfinde ich als Vertrauensbeweis und verpflichtet zu besonderer Sorgfalt.
?Wie haben Sie früher das Presbyterium wahrgenommen? In noch jüngeren Jahren, zum Beispiel als Konfirmand oder vielleicht in einer Jugendgruppe?
!Früher hatte ich gar keine richtige Vorstellung davon, was im Presbyterium genau passiert. Da waren lauter ernste Menschen drin, die meist auch schon etwas angegraut waren – aber das war in meiner Heimatgemeinde in Moers, nicht hier (lacht).
?Erzählen Sie ein bisschen von dieser Moerser Zeit. Und verraten Sie, wie Sie dann Presbyter in Gladbach geworden sind.
Als Jugendlicher war ich dort in verschiedenen Jugendgruppen aktiv und habe auch mal eine Kinderbibelwoche mitgestaltet – das waren viele schöne Erlebnisse! Aber durch Abitur, Wehrdienst und Studium in Trier ist die Gemeinde dann immer mehr in den Hintergrund getreten – bis ich meiner Frau nach Mönchengladbach gefolgt bin und hier in der Christuskirchengemeinde freundlich aufgenommen wurde. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt bin ich dann letzten Sommer angesprochen worden, ob ich nicht im Presbyterium mitarbeiten wolle. Da habe ich gerne ja gesagt, denn trotz knapper Zeit finde ich es wichtig, sich zu engagieren.
?Sie kennen vielleicht die berühmte gute Fee und die drei Wünsche, die man bei ihr frei hat. Wir können statt der guten Fee auch den lieben Gott nehmen. Welche drei Wünsche haben Sie als Presbyter im Blick auf Ihre Gemeinde?
!Ich wünsche mir, ohne groß nachzudenken: 1) dass noch ein paar mehr jüngere Gesichter in der Gemeinde mitmachen, 2) dass uns davon das eine oder andere Gesicht im Presbyterium verstärkt, 3) dass wir gemeinsam gut durch die aktuell schwierige Zeit kommen.
Vielen Dank für das Gespräch.

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