Andacht März 2019

Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein. (1. Samuel 7,3)

In einer geistlich dunklen Zeit des Volkes Israel hatte Gott den sehr jungen Samuel als einen treuen Priester berufen. Als Samuel dem Volk zwanzig Jahre lang Gottes Wort gegeben hatte, waren die Israeliten wieder bereit, dem Herrn zu dienen. Sie fingen wieder an, nach Gott zu suchen und sehnten sich nach der Gemeinschaft mit ihm.

So ließ Samuel das ganze Volk Israel zusammenkommen.

„Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem Herrn bekehren wollt, so tut von euch die fremden Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.“ (1. Sam 7,3)

Samuel forderte also die Menschen dazu auf, die fremden Götter und Astarten von sich zu tun. Astarten sind die Gottheiten des Himmels, die als Göttinnen der Liebe und der Fruchtbarkeit angebetet wurden. Die Kulte der Astarten waren immer mit sexuellen Ausschweifungen verbunden. Die fremden Götter beziehen sich auf die Baale, die die heidnischen Nachbarvölker Israels anbeteten, weil diese ihnen Regen und gute Ernten versprachen. Die Baalsgötzen von damals entsprechen dem heutigen Mammon bzw. dem Materialismus. Es gibt viele Dinge, die uns zum Götzen werden können. Allgemein kann man sagen, dass alles, was wir mehr als Gott lieben, uns letzten Endes zum Götzen wird.

Heutzutage sind viele Menschen vom Materialismus beeinflusst und werden von ihm beherrscht. Sie denken, dass Geld die Antwort auf alles sei. Oberflächlich gesehen, scheint Geld die Lösung aller Probleme zu sein. Auch wir sind von diesem Denken stark beeinflusst.Obwohl wir Gott lieben, vertrauen wir ihm nicht hundertprozentig, sondern trachten viel mit unserer eigenen Kraft nach der Verbesserung unserer Lebensbedingungen und wollen anderen Menschen in materieller Hinsicht in nichts nachstehen. Daher räumen wir dem Geld in unserem praktischen Leben oftmals einen höheren Stellenwert ein als Gott.

Samuel sagt dem Volk damals, dass es die Richtung seines Lebens ändern müsste: „… und richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein.“ Gott alleine dienen kann ich am besten in der Gesellschaft derjenigen, die auch Gott nahe sein möchten. Und wir sollen durch das Wort Gottes die Wahrheit verkündigen. Die Wahrheit sagen? Das ist gar nicht so einfach und alles andere als bequem.

Im März 2019 befinden wir uns in der Fastenzeit. Und das Fastenmotto 2019 der evangelische Fastenaktion 7 WOCHEN OHNE widmet sich dem alltäglichen Umgang mit der Wahrheit: „Mal ehrlich! 7 Wochen ohne Lügen“. Diese Aktion will zum Nachdenken darüber anregen, wie oft wir im Alltag kleine oder große Notlügen nutzen oder gar falsche Aussagen machen, und uns dabei den Weg zeigen, die Wahrheit zu sagen. Die Aktion will uns zeigen, wie wir dem Herrn dienen können und uns immer wieder zur Wahrheit ermutigen – und das vielleicht nicht nur in der Fastenzeit 2019, sondern auch darüber hinaus.

Wäre das was für SIE? Dann versuchen Sie es mal und sagen sie freundlich die Wahrheit, auch auf die Frage: Wie geht es Ihnen? Wir als Christen sollen nicht dem allgemeinen Trend der Zeit folgen. Vielmehr müssen wir aktiv die Initiative ergreifen, indem wir gegen den Strom der Zeit schwimmen und mal ganz ehrlich sind zu uns und anderen.

Pfarrerin Christiane Fiebig-Mertin