Umzug ins neue Haus Bungeroth
Super, ich freue mich so...

Gedanklich sitzt Gertrud Essers schon an ihrem Fenster und schaut in den Garten. Oder sie überquert schnell die Straße und geht in die Stadt, einen Kaffee trinken. Oder sie hält ein Schwätzchen im Wohngruppenbereich. Oder – genug der Träumerei, der Traum ist Realität geworden. Gertrud Essers ist eine von insgesamt 70 Bewohnern, die von der Zwischenunterkunft an der Ludwig-Weber-Straße ins neue Haus Bungeroth an der Steinmetzstraße gezogen sind.

„Super, ich freu’ mich so“, sagt die 83-Jährige, die Mitglied des Heimbeirats ist. Bei Gertrud Essers hat das Haus mächtig Eindruck hinterlassen. Die hellen Zimmer, die neue Einrichtung, das gefällt ihr. Am meisten aber freut sie sich auf ihr Badezimmer: „Ein eigenes zu haben ist da schönste, was es gibt.“

Derweil erledigen die Handwerker an der Steinmetzstraße den Feinschliff – zumindest im Wohnheim. Das benachbarte Haus für das Betreute Wohnen braucht noch etwas Zeit. Der Einzug ist für April geplant. „Wir haben hier bereits alle bis auf eine der 13 Wohnungen vermietet“, sagt Heinz Herbert Paulus, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Mönchengladbach e.V. Er kommt ins Schwärmen, wenn er von den beiden Häusern spricht: LED-Licht-Technik im Eingangsbereich, ein Atrium mit japanischem Flair, eine Wand aus Naturstein sind einige Aspekte, die er anspricht. Aber die Planer haben nicht nur an die Optik gedacht. Sicherheit und Pflege der Bewohner stehen im Mittelpunkt. So gibt es etwa eine Kameraüberwachung auf dem Gelände. „Die Senioren haben Angst, und hier mitten in der Stadt brauchen wir eine solche Anlage“, sagt Paulus.

Gespannt sind auch die Mitarbeiter auf die Zeit nach dem Umzug. „Für das Pflegepersonal wird es eine Herausforderung sein“, sagt der Geschäftsführer. Grund ist die Bezugspflege, das wesentlichste Konzept des neuen Hauses. „Es gibt auf den sechs Etagen nur kleine Wohneinheiten mit 10er- und 12er-Gruppen. Die Bewohner werden aber nicht nur gepflegt. Der Service - Gedanke ist wichtig.“ So werde in den Gemeinschaftsräumen auf den Etagen zusammen gekocht, gespielt, gegessen. „Das ist ein Aufgabenbereich, den es bisher in diesem Maß nicht gab.“

Entschädigt werden die Mitarbeiter für die gestiegenen Anforderungen durch angenehmere Arbeitsbedingungen. „Im Vergleich zum alten Haus mit den dunklen Fluren und den kleinen Teeküchen als Arbeitsräume für das Pflegepersonal, freue ich mich über die Licht durchfluteten, freundlichen Wohnbereiche mit mehr Arbeitsräumen für das Pflegepersonal.“, sagt die Heimleiterin. Nicht zu vergessen seien die beiden Aufzüge – im alten Haus Bungeroth gab es nur einen.

Mit dem Umzug ist es für Paulus in Sachen Neubau allerdings nicht getan. Er hat einen weiteren Traum. Im Garten soll es zwei Gesellschaftsräume für Seniorenveranstaltungen geben. Die Pläne liegen bereits auf dem Tisch. Einzig die Nachbarn spielen nicht mit. „Ärgerlich“, sagt Paulus. Ein wenig entschädigte ihn die Botschaft der ARD-Fernsehlotterie. Die hat einen Antrag vom Diakonischen Werk Mönchengladbach über knapp 300.000 Euro für den Bereich Senioren bewilligt.

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