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Diakonisches
Werk Mönchengladbach e.V. ![]() Seit fünf Jahres gibt es sie in Mönchengladbach: Die Straßenzeitung fiftyfifty! Damals dachte das Diakonische Werk Mönchengladbach e.V. über Tätigkeitsfelder nach, in denen auch unsere wohnungslosen Mitbürger ein geringes Zubrot verdienen können und zeitgleich eine Aufgabe haben. Teilweise schon lange arbeitslos, fällt es ihnen schwer, eine Anstellung auf dem regulären Arbeitsmarkt zu finden. Man entschied sich, versuchsweise auch in unserer Stadt eine Straßenzeitung herauszugeben. Nach einigen Überlegungen und Planungs- und Austauschgesprächen mit Kollegen aus anderen Städten erschien dann im Juli 1997 erstmalig die Straßenzeitung fiftyfifty in Mönchengladbach und wird seitdem in Kooperation mit der Redaktion der fiftyfifty Düsseldorf monatlich herausgegeben. Zu diesem Anfangszeitpunkt dachte keiner, dass fiftyfifty sich so lange halten würde. Doch dieses Jahr konnten wir bereits unser fünfjähriges Bestehen feiern! Heinz Titz (Foto, verstarb im vergangenen Jahr,) verkaufte seit 5 Jahren die Strassenzeitung fiftyfifty. Obwohl sich seitdem einiges verändert hat, die Grundintention von fiftyfifty bleibt bestehen: Durch die Möglichkeit des Verkaufs soll wohnungslosen, ehemals wohnungslosen oder von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen die Chance gegeben werden, selbst aktiv zu werden und an Ihrer Notlage etwas zu ändern. Ziel des Zeitungsprojekts ist es weiterhin, den Verkäufern auf der einen Seite eine materielle Hilfe zu bieten. Auf der anderen Seite soll durch das Angebot des Verkaufs die Möglichkeit geboten werden, über die Niedrigschwelligkeit der Aufgabe langsam wieder in das Berufsleben und in das gesellschaftliche Leben hinein-, und aus ihrer Isolation herauszufinden. Außerdem stellt der Verkauf für die meisten Verkäufer eine Möglichkeit dar, soziale Kontakte aufzubauen. Vorurteile, die wohnungslosen Menschen oft entgegengebracht werden, tragen dazu bei, sie ins gesellschaftliche "Aus geraten zu lassen. Man geht ihnen aus dem Weg und vermeidet jegliche Berührungspunkte. Die meisten leiden unter dieser Form der Ausgrenzung und Isolation. Über fiftyfifty bekommen die Verkäufer die Möglichkeit, in die Rolle des "Dienstleisters zu schlüpfen, der sich mit seinen Kunden normal unterhält und auch als Mensch ernst genommen wird. Sie erfahren Anerkennung und Lob auch dafür, dass sie etwas tun, um die eigene Situation zu verändern. Vor allem, da es ein sehr schwerer Schritt ist, sich mit einer Straßenzeitung auf die Straße zu stellen und auf diesem Wege zu zeigen: Ich bin hilfebedürftig! Die Verkäufer sind/waren nicht alle ohne festen Wohnsitz, da das Zeitungsprojekt sich neben den Personen, die tatsächlich ohne festen Wohnsitz sind, auch an jene richtet, die zwar eine Wohnung haben, jedoch aufgrund vorhandener sozialer Schwierigkeiten ständig vom möglichen Wohnungsverlust gefährdet sind. Derzeit sind insgesamt 20 Männer und vier Frauen unterwegs, um sich über den Verkauf zusätzlich zu der meist geringen Arbeitslosen- oder Sozialhilfe etwas hinzu zu verdienen. Die Zeitung wird auf der Straße für den Preis von € 1,30 verkauft, die Verkäufer kaufen sie in vier unterschiedlichen Vorverkaufsstellen jedoch für 65 Cent ein, so dass der Name fiftyfifty Programm ist und sie mit jeder verkauften Zeitung einen Gewinn von 65 Cent haben. Mönchengladbach füllt augenblicklich vier Lokalseiten, die durch haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter des Projekts, wie auch teilweise durch Betroffene selbst, gestaltet werden. Der Mantelteil der Zeitung wird in Düsseldorf erstellt. In den vergangenen fünf Jahren haben fast 100 verschiedene Personen das Magazin verkauft. Einige sind auch heute noch dabei, wie z.B. Herr Titz, der vor Sinn & Leffers in Mönchengladbach verkauft oder Frau Filtmann und Herr Scheel, die in Rheydt vor Otto-Mess und vor der Mayerschen Buchhandlung stehen. Für alle gehört fiftyfifty zu ihrem Alltag, stellt der Verkauf eine Aufgabe dar, eine wichtige Komponente in ihrem Leben. Über die Jahre haben sich teilweise enge Freunschaften zu Kunden und Passanten ergeben. Alle Verkäufer haben ihre Stammkundschaft, die dann auch oft besorgt im Redaktionsbüro anruft, wenn "ihr Verkäufer lange nicht gesehen wurde. Sie nehmen Anteil an dem Leben von Personen, die oftmals vorher niemanden hatten, der sich um sie sorgt. Das gibt den Menschen Mut und stärkt ihr Vertrauen in sich selbst. Vor allem ist aber wichtig, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer durch die Tätigkeit eine Aufgabe finden. Oft trägt die Tatsache, ohne Wohnung und ohne soziale Einbindung zu sein, dazu bei, dass die betroffenen Personen vereinsamen und Trost im Alkohol suchen. Fehlende sinnvolle Aufgaben verstärken diese Entwicklung häufig. Der Verkauf der Zeitung kann dazu beitragen, Selbstvertrauen, Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen und ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen und durch ihre Verkaufstätigkeit können unsere Verkäuferinnen und Verkäufer zu einem geregelteren Alltag mit neuen Aufgaben zurückfinden. |
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