Diakonie
Selbstständig, aber doch niemals alleine

Sonja Mackes kümmert sich um die Mieter des Betreuten Wohnens an der Kleiststraße. Am 1. April ziehen sie in die Einrichtung des Diakonischen Werks Mönchengladbach e.V.

Ein Blick in die Liste der Bewohner lässt Sonja Mackes Augen leuchten. Sie wittert eine schöne Aufgabe. „Gleich im Mai wird eine Bewohnerin 90 Jahre alt. Das ist doch ein schöner Anlass, ein erstes Fest zu feiern“, sagt die 33-Jährige. Dieses Beisammensein wird sie organisieren. Das steht jetzt schon fest. Bis dahin allerdings hat Mackes noch eine ganze Menge anderer Dinge zu tun. Sie hat am 1. März beim Diakonischen Werk Mönchengladbach e.V. ihren Arbeitsplatz gewechselt, ist vom Ludwig-Weber-Haus an der Ehrenstraße in Bettrath ins Haus Bungeroth an der Steinmetzstraße gezogen. Dort hat sie im hauswirtschaftlichen Bereich gearbeitet, hier kümmert sie sich zusammen mit einem Zivildienstleistenden um das angegliederte Betreute Wohnen. „Ich freue mich auf alles, was jetzt kommt. Jeder Tag ist spannend“, sagt die gelernte Bürokauffrau. „Ich helfe gerne und habe gerne mit Menschen zu tun. Dieser Beruf ist viel abwechslungsreicher als ein Bürojob.“ Abwechslung wird die Zukunft sicherlich für die 33-Jährige bereithalten.

Während die Bewohner des Haus Bungeroths bereits eingezogen sind, werden die Nachbarn des Betreuten Wohnens am 1. April in die insgesamt 13 Wohnungen an der Kleiststraße ziehen, elf Single- und zwei Doppelwohnungen. „Die heiße Phase hat längst schon begonnen“, sagt Mackes. Seit Mitte März können die Mieter bereits ihre Möbel in die Wohnungen bringen. Zuvor hat sie die „Neuen“ bereits besucht, Fragen beantwortet, Zimmer ausgemessen und Maße durchgegeben. Künftig wird sie vormittags vor Ort sein und den 79- bis 90-jährigen Bewohnern bei Arztbesuchen, Einkäufen, Spaziergängen zur Seite stehen.

„Die Mieter schließen einen Vertrag mit dem Haus Bungeroth ab, so dass sie sämtlichen Service nutzen können“, sagt Heimleiterin Susanne Classen. Die Anbindung zu dem Seniorenwohnheim ist sehr wichtig. „Wenn die Bewohner Hilfe brauchen, sind die Wege kurz.“ Können sie irgendwann nicht mehr alleine in ihren Wohnungen leben, haben sie die Möglichkeit, im Haus Bungeroth aufgenommen zu werden. „Schließlich haben wir unseren Mietern gegenüber eine Fürsorgepflicht.“

Mit dem Betreuten Wohnen an der Kleiststraße beschreitet das Diakonische Werk neue Wege. Zwar gibt es bereits am Ludwig-Weber-Haus acht solcher Wohnungen. „Aber die sind im Seniorenwohnheim integriert und befinden sich nicht wie an der Kleistraße in einem eigenen Wohnkomplex“, sagt Classen. Schwierigkeiten, Interessenten für die Wohnungen in der Stadtmitte zu finden, habe es nicht gegeben. „Die Citylage hat viele gelockt, außerdem die Ausstattung der Wohnungen.“ Jede verfügt über einen Balkon, eine Einbauküche, eine Videoüberwachung, einen Internetanschluss und ist an die Rufanlage des Seniorenwohnheims angeschlossen. Zwei künftige Bewohner bringen ihr Auto mit und können Stellplätze hinter dem Haus nutzen. Und dann gibt es da natürlich noch das Büro von Sonja Mackes. Das muss sie vielleicht bisweilen teilen. „Eine Schlafcouch werden wir reinstellen. Wenn die Bewohner mal Besuch haben, kann der hier übernachten“, sagt Mackes.

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