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Der Abendmahlstisch ![]() Der Abendmahlstisch ist eine Stiftung von Jan Lüps aus dem Jahre 1694. Die von Pfr. 0tto Zillessen (Eine kleine Festgabe für die Glieder der evangelischen Gemeinde Gladbach, 1883) geäußerte Auffassung, dass die Eheleute Peter und Sophia Lüps, die Eltern von Jan, die 1694 der Gemeinde ein Fenster für die neu errichtete ev. Kirche zum Geschenk machten, auch die Stifter des Abendmahlstisches seien, ist nicht zutreffend, wie schon die Inschrift im Tisch zeigt. Jan Lüps, das 13. von insgesamt 19 Kindern aus der Ehe von Peter Lüps (26.11.1626 — 6.1.1700) und Sophia Schroten (20.10.1632 — 21.9.1700), ist am 27.7.1667 in Gladbach geboren. 1685 verlässt er Gladbach. Wo er seine Lehr- und Wanderjahre verbringt, liegt im Dunkel. Die nächste Nachricht von ihm datiert aus dem Jahre 1694. Um diese Zeit ist er schon einer der angesehensten unter den holländischen Kaufleuten in Archangel (heute: Archangelsk), 1584 als Stapelplatz an der Mündung der Dwina am Weißen Meer entstanden und mit besonderen Privilegien versehen, da den russischen Zaren, solange sie im Norden ihres Reiches keinen anderen Zugang zum Meer hatten, daran lag, diesen Hafenplatz zu begünstigen und die ausländischen Kaufleute dorthin zu locken. Die Bedeutung von Archangel wuchs in der zweiten Hälfte des 17. Jh. beträchtlich. Um 1700 sollen ungefähr 200 holländische Kaufleute dort gewohnt haben. Jan Lüps hat große Warenlager dort und einen festen Wohnsitz. Als der junge Zar Peter nach Archangel kommt, macht er Jan Lüps' Haus zu seinem Absteigequartier. Jans Firma nahm einen raschen Aufschwung. Er gehörte zu den bevorzugten Ausländern, durch deren Hände damals fast der ganze russische Handel ging. 1698 nimmt er in Moskau seinen festen Wohnsitz und gehört zu den persönlichen Ratgebern des Zaren. 1701 gehört er zu den vier holländischen Kaufleuten, an die der Zar sich nach der vernichtenden Niederlage bei Narwa gegen Karl XII. von Schweden, die mit dem Verlust der gesamten Artillerie und der besten Truppen endet, wendet, um die Geldmittel für neue Rüstung zu erhalten. Jan Lüps, Hermann Meyer, Christoffel Brandt und Jan van Gent haben durch ihre schnelle finanzielle Unterstützung, durch die beschleunigte Lieferung von Kriegsmaterial usw. direkten Anteil am nordischen Krieg (1701—21), dessen siegreicher Abschluss Russland die Vormachtstellung an der Ostsee und in Osteuropa sichert. Die Entstehung von St. Petersburg seit 1703 mindert beträchtlich die Bedeutung von Archangel, das als Handelszentrum aufgegeben werden sollte. Nur durch den Einfluss Jan Lüps' wurde die Stilllegung des Hafens vermieden. Über die Moskauer Niederlassung, wohl als Zweiggeschäft seines Amsterdamer Hauptunternehmens zu sehen, wickelte Jan Lüps vorrangig folgende Handelsgeschäfte ab: in erster Linie lieferte er die Waffenausrüstung für die russische Armee, ferner Schiffsmaterial jeder Art; er hat auch das Anwerben holländischer Offiziere und Mannschaften vermittelt. Dazu kamen Wollhandel, Wein, Kolonialwaren, Teer, Tuchhandel und viele Erzeugnisse westeuropäischer Technik. Als russische Ausfuhrartikel verkaufte er in der Hauptsache Talg, Juchten, Häute und Kaviar. 1698 heiratet Jan Lüps Johanna Neon, Tochter eines Bremer Kaufmanns, der in Jaroslaw tätig war. Vier Kinder gehen aus der Ehe hervor. 1723 übersiedelt er nach Amsterdam. Er bezieht dort ein Patrizierhaus in der Herengracht. Am 6.2.1738 stirbt er in Amsterdam. Vgl. Ilse Barleben, Geschichte der Familie Lüps, Düsseldorf 1937, Bd. I, bes. 119 — 146; Bd. II, 433 A. 108 |
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