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Der Wiederaufbau ![]() Der Wiederaufbau der Christuskirche nach der Zerstörung 1943 ist eng mit dem Engagement des Kirchbauvereins verknüpft. 520 Mitglieder zählte der Verein 1950 und brachte an Beiträgen 1.200 Mark monatlich zusammen. Eine enorme Summe für die damalige Zeit. Das hört sich gut an. Und doch lag längst nicht immer eitel Sonnenschein überm Kirchendach bzw. den Plänen dazu. Liest man die Protokolle, entsteht manchmal der Eindruck, das Presbyterium, der eigentliche Bauherr, und der Kirchbauverein waren brüderlich unter Mutter Kirche verbunden: bisweilen eifersüchtig aufeinander, aber doch letztlich aufeinander angewiesen. Wobei der Kirchbauverein sozusagen der Zweitgeborene war. Zuerst mühte sich das Presbyterium allein - in einer Zeit, in der nicht nur die Kirchen, sondern auch Wohnungen in Trümmern lagen und es an den einfachsten Dingen des täglichen Lebens mangelte. Gleichwohl machte man sich alsbald in der zerstörten Kirche ans Werk. Das Protokoll vom 2.5.1947 hält fest: In freiwilligem Arbeitseinsatz haben Männer der Gemeinde erneut begonnen, den restlichen Schutt aus der Kirche zu räumen. Und auch die Ältesten der Gemeinde packten spontan zu: Da eine größere Anzahl von Ziegelsteinen noch auf der Kapuzinerstraße lagert und die Gefahr eines Diebstahls besteht, beschließt das Presbyterium, seine Sitzung abzukürzen und durch eigenen Arbeitseinsatz diese Steine auf den Kirchplatz zu schaffen. (18.7.1947) Doch manches blieb Stückwerk und ein Ergebnis hinter viel gutem Willen zurück. Wobei der mitunter seltsame Blüten trieb. Als noch immer zu viel Schutt in der Kirche lag, sann man im Leitungsgremium auf rasche Abhilfe: Presbyter R. sagt Einsatz der Jugend zu. Presbyter H. will versuchen, Strafgefangene zu erhalten. Pastor Jarcke will Konfirmanden einsetzen, deren Leistungsfähigkeit bezweifelt wird (20.6.47). Nun fragt sich natürlich der Chronist, wie man diese Hilfstruppen motivieren wollte: die Konfirmanden vielleicht noch gerade durch Streichung einiger Unterrichtsstunden; aber die Strafgefangenen.....? Wie dem auch gewesen sei, tatkräftige Hilfe war allemal gefragt: der Kirchbauverein wurde aus der Taufe gehoben. Erstmal ins Gespräch gebracht wird ein solcher Zusammenschluß am 20.6.1947: Es wird angeregt, entsprechend dem Münsterbauverein einen Kirchenbauverein zu gründen. Bis zur offiziellen Gründung verging dann mehr als ein Jahr.
Bei der ersten gemeinsamen Sitzung redete dann der Presbyteriumsvorsitzende den Anwesenden ins Gewissen mit der Frage, ob wir den Kirchbau mit reinen Händen betreiben, d.h., ob Gemeinde, Presbyterium und Kirchbauverein... sich immer dessen bewußt seien, daß der Bau zur Ehre und zur Anbetung Gottes errichtet werde (13.1.1950). Im Angesicht der Ehre Gottes, so sinniert der Chronist, relativiert sich so manches. Zum Beispiel Stolz und Eifersucht, mehr als gesundes Selbstbewußtsein und Koketterie. Hand in Hand gingen die Aufräumarbeiten zügig voran. Bis die Gemeinde schließlich am 29. Juli 1951 in der wiederaufgebauten Kirche den Eingangschoral anstimmte: Tut mir auf die schöne Pforte. |
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