2.2.2  Die Mitglieder der Evangelischen Friedenskirchengemeinde Mönchengladbach in Beziehung zur Gesamtbevölkerung – Zahlen und Tendenzen

Situationsbeschreibung
Die meisten evangelischen Christen unseres Gemeindegebietes sind nach dem 2.Weltkrieg im Zuge von Flucht oder Vertreibung und gezielter Ansiedelungspolitik von Landes – und  Bundesregierung nach Mönchengladbach gezogen. Bedingt durch diese Geschichte ergibt sich für die Gemeinde die Situation, dass ihr Bekenntnisstand ein reformierter ist, die meisten der zugezogenen Evangelischen aber aus lutherischer oder unierter Tradition stammen.
Nach der Aufteilung der evangelischen Gemeinde Gladbach 1965 hatte die Ev. Friedenskirchengemeinde rund 12.500 Mitglieder. Zur Zeit gehören ca. 9.000 Menschen zu ihr. Bei durchschnittlich 60 Taufen, 140 Beerdigungen, 20 Eintritten und 80 Austritten pro Jahr ist unter Berücksichtigung der Weg – und Hinzuziehenden für die nächsten Jahre ein durchschnittlicher Rückgang von jährlich 100 Gemeindegliedern zu erwarten.
Kleineren Zuzugsgebieten in Neuwerk, Lürrip und Hardterbroich stehen weite Teile der Gemeinde gegenüber, in denen der Anteil der evangelischen Bevölkerung abnimmt, älter wird und der Anteil nicht zur Kirche gehörender Menschen steigt.  Momentan sind 5,6% 0 - 10 Jahre, 10,6% 11 - 20, 25,5% 21 – 40, 27,2% 41 – 60, 13,5% 60 – 70, 17,6% älter als 70 Jahre.
Der Anteil der Evangelischen an der Gesamtbevölkerung Mönchengladbachs beträgt ca. 17%, Tendenz fallend. Es ist somit eine Diaspora-Situation gegeben. Wesentliche Teile der Öffentlichkeit und ihres Lebens sind katholisch geprägt und dominiert (z.B. Karneval, Schützenfest, Bruderschaften), werden aber auch von Evangelischen wahrgenommen. Umgekehrt werden evangelische Angebote (z.B. Bibelwochen, Freizeiten, Kindertagesstätten) in der Regel auch von Nicht – Evangelischen genutzt.
Für die Einstellung der Evangelischen zu ihrer Friedenskirchengemeinde legen wir die von McKinsey im Rahmen des „München-Programms“ gemachten Befunde als repräsentativ zugrunde: wir rechnen mit 9,1% Mitgliedern ohne Glauben, 43,1% Kirchenfremden mit selbstdefiniertem Glauben, 20,5% Suchenden mit Kirchendistanz, 8,6% Glaubenden mit kritischer Kirchlichkeit und 18,7% Glaubenden mit fester Kirchenbindung.
Innerhalb der Stadt und des Gemeindegebietes sind einzelne Regionen sehr unterschiedlich geprägt: Zum Beispiel die Innenstadt mit einem Ausländeranteil von ca.25% und überdurchschnittlich vielen Menschen über 60 Jahren und unterem bis mittleren Einkommen; ein Teil von Eicken mit Villengegend und überdurchschnittlichem Einkommen; Neuwerk mit unterdurchschnittlich kleinem Ausländeranteil, dörflicher Struktur und hohen Grundstückspreisen; in den Bezirken 1 und 2 ist der Anteil der Menschen, die in schwierigen sozialen Verhältnissen leben, vergleichsweise hoch.

Aussichten
Etliche gesamtgesellschaftliche Trends sind so gut wie gar nicht durch die Arbeit und die Angebote der Gemeinde zu beeinflussen: die Zunahme des Anteils von Menschen im Seniorenalter, der Trend von Familien, aufgrund billigeren Baulandes von Gladbach Richtung Selfkant und Schwalmtal zu ziehen, kleiner werdende Familien, (Single-) Haushalte ohne Kinder.
Anderen Herausforderungen kann und will sich die Gemeinde stellen und darauf eingehen: der unterschiedlichen Nähe und Distanz zur Gemeinde und zum Glauben kann mit unterschiedlich hoch – und niederschwelligen Angeboten begegnet werden (siehe v.a.2.3.4, 2.3.7).
Der Großteil der aus der Evangelischen Kirche Ausgetretenen ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Im Blick auf das Kirchensteueraufkommen ist diese Altersgruppe besonders wichtig. In diesen Altersgruppen ist außerdem eine niedrige Beteiligung am Gemeindeleben, wenig Kenntnis über die Grundlage unseres Glaubens, die Angebote und die Organisation unserer Kirche zu verzeichnen. Dem wollen wir begegnen (siehe v.a.2.3.4, 2.3.6). Gerade dieser Bevölkerungsgruppe kommt als Elterngeneration eine hohe Bedeutung bei der Tradierung unseres christlichen Glaubens und der Erhaltung des gemeindlichen Lebens zu.

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