Friedenskirchengemeinde
50 Jahre Namensgebung 'Friedenskirche'


Die Friedenskirche

Am 30. Oktober feiert die Friedenskirchengemeinde den 50.Jahrestag der Namensgebung der Friedenskirche an der Margarethenstraße (Einladung und Programm). Werner Beuschel sprach aus diesem Anlass mit Pfarrer Hütter, der 1955 nach Mönchengladbach kam.

Herr Pfarrer Hütter, wenn Sie auf das 50jährige Jubiläum der Namensgebung von Christuskirche und Friedenskirche zurückschauen, so haben Sie mit Ihren 91 Jahren auch ein ganz persönliches halbes Jahrhundert im Blick.
Das stimmt. 1955 kam ich mit meiner Familie nach Gladbach. Vorher war ich Pfarrer in Idar-Oberstein gewesen. Und so kamen wir dann zusammen an den Niederrhein, meine Frau, unsere sechs Kinder, wie die Orgelpfeifen aufgereiht (lacht), der Jüngste war damals gerade fünf Jahre alt.
Wie kommt man als Pfarrer von der Edelsteinschleifer-Stadt in das Manchester am Niederrhein?
Das Gladbacher Presbyterium suchte einen Nachfolger für Wilhelm Jarcke, und da bin auch ich ins Gespräch gebracht worden. Eines Sonntags saß eine Abordnung des Presbyteriums bei mir in Idar-Oberstein im Gottesdienst. Und so kam ich auf die Wahlliste und wurde zur Gastpredigt eingeladen. Mit dem Ergebnis: die Gemeindeleitung wollte mich sofort als Pfarrer für die dritte Stelle der damaligen Großgemeinde. Kurzer Hand wurde die Gastpredigt zur Probepredigt erklärt, und Ende ’55 trat ich meinen Dienst an. Eine offizielle Wahl hat es also gar nicht gegeben (lacht)


Pfarrer i.R. Hütter

In der Sitzung des Presbyteriums vom 27. Juni 1955 wird als erster Tagesordnungpunkt verhandelt: „Benennung von Kirche und Betsaal“. Das Protokoll hält fest, „die Kirche Kapuzinerstrasse in ’Christuskirche’“ und „den Betsaal Margarethenstrasse in ’Friedenskirche’ umzubenennen.“ Vor den offiziellen Namensgebungen am Reformationsfest am 31. Oktober lag Ihre Vorstellung in Gladbach, von der wir eben sprachen. Haben Sie mitbekommen, ob die Namen „Christuskirche“ und „Friedenskirche“ kontrovers diskutiert wurden?
So weit ich mich erinnere, war das damals kein großes Thema. Auch wenn es im Protokoll zur Sitzung am 27. Juni heißt, „dass die Meinung im Presbyterium durchaus geteilt ist und bleibt.“ Der Name „Friedenskirche“ zum Beispiel lag irgendwie in der Luft. Ich selbst konnte mit den bereits beschlossenen Namen für die beiden Kirchen gut leben.
Geben Sie den beiden Geburtstagskindern Christuskirche und Friedenskirche einen Wunsch für die Zukunft mit.
Vivat, crescat, floreat- die Kirche möge leben, wachsen und blühen. Ich habe ja noch die Zeit erlebt, als zum Sonntagsgottesdienst so viele Menschen kamen, dass fast immer die Emporen besetzt waren. Die Gottesdienste von Bruder Voswinckel zum Beispiel waren so gut besucht, dass man in der Friedenskirche noch zusätzlich Stühle in den Mittelgang stellen musste. Und ich weiß noch, wie ich nach meiner Gastpredigt spontan zur anschließenden Katechese aufgefordert wurde. Da musste ich mich von jetzt auf gleich auf einen Kindergottesdienst mit 300 Kindern einstellen. Aber natürlich war das auch eine andere Zeit. Der Krieg lag noch nicht so lange zurück …
Wenn die Friedenskirche am Sonntag, dem 30. Oktober, unter anderem ihre Namensgebung mit einem bunten Programm feiert – welches Angebot wollen Sie wahrnehmen?
Ich will versuchen, beim Festgottesdienst mit Posaunen- und Gospelchor dabei zu sein.

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