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| Ein Beitrag von Lothar Beckers Von den Gründerjahren bis zum Ende der Weimarer Republik: Pfarrer Julius Theodor Bungeroth Als Nachfolger Zillessens wurde Pfarrer Julius Theodor Bungeroth aus Boppard am 21.9.1886 in sein Amt eingeführt. Seine 42jährige Amtszeit reicht bis in die Tage der kurzlebigen Weimarer Republik( Versetzung in den Ruhestand am 1.4.1928). ![]() Sein Lebensende in der Nacht vom 1. auf den 2.6.1934 fällt bereits in die Schreckenszeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, unter der die evangelische Kirche wieder, wie in ihren Anfängen im 16.und 17.Jahrhundert, zur " Gemeinde unter den Kreuz", diesmal unter dem "Hakenkreuz" wurde. Bungeroth wurde am 9.7.1859 als Sohn des Pfarrers Heinrich Bungeroth geboren. Nach Studienjahren in Bonn und Halle (1877-1880), wissenschaftlichen und theologischen Examen,besuchte er zunächst das Königl. Evangelische Schullehrer-Seminar in Münsterberg, war ein Jahr als Hauslehrer in Schlesien tätig und legte dann seine zweite kirchliche Prüfung ab. 1883 wurde er in St. Laurentius / Halle zum Hilfsprediger gewählt und zum Pfarrer ordiniert. Die Berufung in die Gladbacher Pfarrstelle hatte er angesichts seines bedeutenden Vorgängers Zillessen und seiner erfahrenen und hochangesehenen Amtsbrüder Rilke und Weber nach eigener Aussage "mit fast verzagendem Herzen" angenommen. Sieben Kinder gingen aus seiner in Gladbach geschlossenen Ehe mit Minna Rothe hervor. Drei Söhne verlor das Ehepaar Bungeroth im Ersten Weltkrieg. Besondere Hervorhebung verdient aus Bungeroths langjähriger Tätigkeit die Gründung des Kirchenchors im Jahre 1892 ( des späteren Bachvereins), sowie seine Leitungstätigkeit im Ev. Krankenhaus Bethesda, das während seiner Amtszeit einen Neubau zum Großkrankenhaus erfuhr. Von 1909 bis 1926 war er Superintendent des Kirchenkreises Gladbach und hatte dabei in den schweren Kriegsjahren 1914-1918 und in den unruhigen Nachkriegsjahren große Probleme zu bewältigen. Nach dem Ersten Weltkrieg leitete er die Rheinische Provinzialsynode. 1926 wurde ihm von der Universität Bonn die Würde eines Ehrendoktors der Theologie verliehen. Bei seinem vierzigjährigen Ortsjubiläum am 1.10.1926 gehörten zu den Gästen des Festaktes im evangelischen Vereinshaus neben den Vertretern der evangelischen Kirche, der Stadt, der Schulen und der katholischen Gemeinde auch Vertreter der jüdischen Gemeinde. Bei einer anschließenden Gemeindefeier in der Volksgartenhalle kamen 5000 Menschen, um Pfarrer Bungeroth zu ehren. In den Jahren seines Ruhestandes schrieb er eine "Geschichte der Gemeinde von 1835-1928", eine " Geschichte des Kirchenchors/ Bachvereins", sowie eine "Entstehungsgeschichte des Hauses Zoar". Am 11. Okt.1953 erhielt ein auf dem Grundstück des früheren Vereins- und Gemeindehauses errichtetes Seniorenheim der Inneren Mission den Namen "Bungeroth-Haus". |
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