Lebendige Geschichte....

Seit mehr als 450 Jahren gibt es evangelische Christen in Mönchengladbach. Entstanden und herangewachsen im Schatten von Abtei und Münster, hatte die Gemeinde es in den ersten 150 Jahren arg schwer: bestenfalls geduldet, immer angefeindet, lange Zeit auch verboten und also im Untergrund lebend. "Gemeinden unter dem Kreuz" nannte man diese zumeist kleinen Gemeinschaften am Niederrhein, die nicht evangelisch wurden, weil es - wie andernorts - die Obrigkeit befahl, sondern weil sie sich aus Glaubensgründen dazu genötigt sahen.

Geist und Haltung der Gemeinde blieben von diesen Anfangserfahrungen auch dann noch geprägt, als den Evangelischen in unserer Stadt längst das Recht öffentlicher Religionsausübung zugestanden worden war. Als ab 1933 der Nationalsozialismus nach der evangelischen Kirche griff, um sie vor seinen politischen Karren zu spannen, entstand in der Evangelischen Gemeinde Mönchengladbach ein Teil der "Bekennenden Kirche", die sich diesem Versuch energisch widersetzte und unter Inkaufnahme zahlreicher Nachteile konsequent bei ihrer Linie blieb. Mit ihrem Ja zu Gott in Jesus Christus wird eine Gemeinde eben nicht darum herumkommen, zuzeiten zu bestimmten Erscheinungen und Entwicklungen im politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben auch Nein zu sagen und ihnen zu widerstehen.

Im Archiv gestöbert ....

01) Der Kirchenstuhlstreit von 1748 mehr
02) Spurensuche im Hans Jonas Park mehr
03) Johann Peter Herminghausen mehr
04) 'S7'- eine Gemeinschaft in Treue und Glauben mehr
05) Ev.Kirche und der Karneval mehr
06) Auf der Suche nach den Kirchenfenstern mehr
07) Das Kirchenlied im Gladbach des 16. Jhrd. mehr
08) Das Wichernhaus mehr
09) Haus Zoar 1874 - 1981 mehr
10) Reformkatholiken und Calvinisten mehr
11) Der Heidelberger Katechismus mehr
12) Die ersten reformierten Prediger in Gladbach mehr
13) Von 1609 bis 1667 mehr

Der entscheidende Wandel von einer kleinen, eher ländlich geprägten, zu einer großstädtischen Gemeinde vollzog sich im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert (s. Beitrag von Lothar Beckers). Innerhalb weniger Jahrzehnte verzwanzigfachte sich die Zahl der Evangelischen in Mönchengladbach. Die damals entstehende und über lange Zeit wachsende Verarmung der Arbeiter und Arbeiterinnen ließ in der Gemeinde eine beachtliche soziale Tradition entstehen. Zwei Namen prägen besonders diese Zeit: Otto Zillessen (1811-1885), 50 Jahre lang Pfarrer unserer Gemeinde, und Ludwig Weber (1846-1922), seit 1881 Pfarrer in Mönchengladbach und noch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannter Sozialreformer.

Der Zweite Weltkrieg und seine politischen Folgen veränderten das Bild der Gemeinde noch einmal grundlegend. Nahezu 25.000 Evangelische, die aus den Ostgebieten hatten fliehen müssen, ließen die Gemeinde zu einer Größe heranwachsen, die einschneidende strukturelle Veränderungen nötig machte. Auf dem Gebiet der alten Evangelischen Gemeinde Gladbach entstand eine Reihe neuer Gemeinden und wurde selbständig: Hardt, Korschenbroich mit Kleinenbroich, Schiefbahn-Neersen, Anrath.

Heute sind es andere Herausforderungen, denen sich eine im Wort Gottes gegründete Gemeinde stellen muss. Die Stichworte "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" nennen, weil noch nicht verwirklicht, die Gefährdungen in unserer Zeit, aber auch Hoffnung und Ziel christlichen Lebens: ein Leben für alle Menschen in Gerechtigkeit und Frieden inmitten einer bewohnbaren Schöpfung.

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Historisches
Beiträge zur Geschichte der evangelischen Gemeinden finden Sie hier. Neu ist ein Beitrag von Monika Hüttenberger zur Geschichte des evangelischen Friedhofs.

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