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Ein Beitrag von Dr. Siegfried Maser ![]() 'S7' bei einem Ausflug im Jahr 2005 2006 das jährliche Treffen der evangelischen Gemeinschaft ‚S 7‘, auch ‚Sirachkreis‘ genannt, in Mönchengladbach statt. Ein Anlass, diesen vor mehr als 50 Jahren gegründeten, seinerzeit aus der Sicht Dritter geheimnisumwitterten Bund den interessierten Gemeindemitgliedern hier vorzustellen. ‚Vater‘ dieses (damals) Jungenkreises war Kurt Eckgold. Das Gladbacher Presbyterium hatte ihn, der damals als CVJM-Jugendsekretär in Ratingen tätig war, im Sommer 1949 als ersten hauptamtlichen Jugendpfleger nach Mönchengladbach gerufen, um hier die kirchliche Gemeinde-Jugendarbeit (wir würden heute sagen: professionell) aufzubauen. Eckgold brachte ein erhebliches Erfahrungswissen mit. Entscheidend aber war seine charismatische Persönlichkeit. Er verkörperte das Bild eines tatkräftigen, glaubensstarken evangelischen Christen, zugleich eine eigenwillige Persönlichkeit. Seine Arbeit führte schnell zu glänzenden Erfolgen. Beim Dienstantritt im August hatte er eine unter der Bezeichnung ‚Evangelische Gemeindejugend‘ existierende Jungschar vorgefunden, deren Mitglieder man aber wohl an zwei Händen abzählen konnte. Als Eckgold ein Jahr später, im August 1950, ein vierzehntägiges Zeltlager im Oberbergischen Land organisierte, nahmen daran schon über hundert Jungen teil. ![]() 'S7' um 1950 Nun war auch Kurt Eckgold kein Übermensch: Zu seinen Zielen, deren Erreichen ihn stark in Anspruch nahm, gehörte unter anderem der Wiederaufbau des kriegszerstörten Haus Zoar am Fliescherberg als künftige Heimstätte für die evangelische Jugend. Eckgold löste das Problem der Arbeitsbelastung souverän, nämlich durch Delegieren. Er teilte die begeisterten Jungen – im wesentlichen nach Altersgesichtpunkten – in Gruppen ein (z.B. ‚Wichern‘, ‚John Mott‘) und übertrug dem Einzelnen soviel Verantwortung wie möglich. Das war zugleich eine wirksame pädagogische Maßnahme: Die 14-, 15-, 16-jährigen waren stolz darauf, dass sie tatkräftig bei der Gestaltung ‚ihrer‘ Jugendarbeit mitwirken konnten. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass soziologisch gesehen die Gemeinschaft entsprechend dem Altersquerschnitt gemischt war. Als Beispiel sei angeführt der Status der etwa einhundert Lagerteilnehmer 1950. In runden Zahlen: 10% Volksschüler (das waren die Jüngsten), 50% Berufsschüler (die Berufsschule begann durchweg mit 14 Jahren), Mittelschüler (heute: Realschüler) sowie Oberschüler (Gymnasium) zusammen 40%. ![]() Wanderung 1951, in der Mitte Kurt Eckgold Hatte in diesem Werk, wie erwähnt, fast jeder eine Aufgabe, so gab es doch einen besonderen Mitarbeiterstab, sozusagen die Führungskräfte. Diese Jungen, damals im Schnitt fünfzehn bis sechzehn Jahre alt, wusste Eckgold in besonderer Weise an sich zu binden. Er schuf für sie 1950 als eine Art Geheimbund den Freundeskreis ‚S 7‘ mit eigenem Gruß und eigenem Liederbuch. ‚S 7‘ war eine Kurzbezeichnung. Der Buchstabe stand für das apokryphe Bibelbuch Jesus Sirach, in dessen Kapitel 7 es unter anderem heißt: ‚Gib deinen Freund um keinen Preis auf und auch deinen wahren Bruder nicht um des besten Goldes willen.‘ Natürlich schieden die Mitglieder mit fortschreitendem Alter aus der aktiven Jugendarbeit aus. Die berufliche Ausbildung und die anschließende Berufstätigkeit veranlassten die meisten, von Gladbach wegzuziehen. Der Freundeskreis „S 7“ aber blieb. Seit mehr als 40 Jahren trifft man sich im Herbst irgendwo in Deutschland, seit 1963 sind die Ehefrauen dabei. Sie reisen an aus unserer niederrheinischen Heimat, aus Nord- und Süddeutschland, aus Mallorca und den USA. In den letzten Jahren wurden die Treffen auf vier Tage ausgedehnt. Alle sind ja nun Rentner beziehungsweise Pensionäre. Die Themen der Jugendzeit („Wo machen wir das nächsten Zeltlager?“, „Wann findet das nächste Stadtspiel statt?) tauchen allenfalls in der Erinnerung auf („Weißt Du noch;...“) Jetzt drehen sich die Gespräche um eine Vielzahl altersgemäßer Themen, etwas Gesundheit, Enkelkinder, Renten und Reisen. Der Freundeskreis hatte sechzehn Mitglieder. Er besteht jetzt, nachdem vier von ihnen verstorben sind, noch aus zwölf „Gründern“. Dazu kommen deren Partner, ferner die Witwen sowie die –später aufgenommenen – drei Eckgold-Kinder. |
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