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Texte zur Konfirmation
Die folgenden Voten und Texte stammen von Eltern und Paten und wurden in Konfirmationsgottesdiensten vorgetragen. Sie sollen Ihnen als Anregung und Vorlage dienen, aber auch ermutigen, die eigenen Gedanken, Wünsche und Hoffnungen niederzuschreiben und den Konfirmandinnen und Konfirmanden mit auf den Weg zu geben.
Votum 1
Im heutigen Konfirmationsgottesdienst hat es mich sehr berührt, unsere Tochter mit den anderen Konfirmandinnen und Konfirmanden mit ..... in die Kirche einziehen zu sehen. Es war so eine Mischung aus Stolz und Freude über dieses Kind und auch ein bisschen Trauer über die größer werdende Entfernung zwischen uns; auch ein Bewusstwerden: Dieses Kind ist groß geworden.
Ich finde es gut, dass es im Prozess der Ablösung von den Eltern einen Ort gibt, an dem das Loslassen auch bewusst gemacht werden kann. Einen Ort, an dem gedankt werden kann für alles Gelungene in der zurückliegenden Zeit. Einen Ort, an dem vielleicht auch geklagt werden kann über das, was missglückt ist, obwohl alle nur das Beste für dieses Kind wollten. Und es ist gut, dass es einen Ort gibt, an dem auch Gottes Segen für den weiteren Weg zugesprochen wird.
Meine Wünsche für den Konfirmandenunterricht waren, dass unsere Kinder auf Menschen treffen, die so einladend vom Glauben und von der Kirche erzählen, dass sie Lust bekommen, es selber damit zu versuchen.
Aber wenn sie es nicht versuchen und ihnen manches gar nicht gefallen sollte, muss ich lernen, das zuzulassen. Ich möchte das zulassen im Vertrauen darauf, dass die Kinder auch in der Kirche wie in der Schule und im Leben lernen, verantwortlich mit ihrem Glauben umzugehen und sich selbst damit auseinander zusetzen.
Ein Jahr Konfirmandenunterricht liegt jetzt hinter euch. Ihr habt in dieser Zeit alle drei Gemeindepfarrer kennengelernt, mich und noch neun weitere Mütter, die euch im Konfirmandenunterricht begleitet haben. Es war ein Jahr voller Turbulenzen, die wir gemeinsam gemeistert haben.
Wir fanden es schön und interessant, in diesem Jahr mit euch ein Stück zu gehen; festzustellen, dass man über ernste Themen mit euch diskutieren kann und zu merken, dass ihr auf dem Weg zum Erwachsenwerden seid. Die Zusammenarbeit mit euch hat uns bereichert und hat uns Spaß gemacht. Ihr wart und seid uns wichtig. Wir wünschen jeder und jedem einzelnen von euch. für den weiteren Lebensweg:
Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
(Aus einem alten irischen Segen)
Votum 2
An diesem besonderen Festtag blickt man vielleicht zurück auf das, was war, und voraus auf das, was wohl kommen wird. Wenn ihr jetzt einmal so nach vorne blickt, wünsche ich euch, dass ihr euer Leben sehen könnt wie ein großes, buntes Schiff, das mit seinen Regenbogenfarben hoffnungsvoll strahlt.
Ein Leben wünsche ich euch wie ein Schiff, das stark genug ist, euch sicher auf dem Wasser zu tragen. Wie ein Schiff, das nicht nur in seichte, ruhige Gewässer fährt oder im Hafen festliegt. Nein, ich wünsche euch ein Leben, das euch Wind und Wellen spüren lässt, mit dem ihr euren Tatendrang, eure Abenteuerlust und Neugier entfalten könnt. Ich wünsche euch ein Leben wie ein Schiff, in dem ihr euch auch in stürmischen Zeiten gut aufgehoben wisst:
Wenn düstere Wolken den Himmel verfinstern, wenn ihr die Orientierung verliert, nicht mehr wisst, wo ihr herkommt oder steht, wenn die Wellen unüberschaubar hoch schlagen und der Wind euch ins Gesicht peitscht und zurückwirft, dann wünsche ich euch, dass ihr merkt, ihr seid nicht allein. Da sind noch andere, die mit euch auf dem Weg sind, die eure Fragen und Ängste kennen, mit euch hoffen und vertrauen; und unter all den anderen ist da noch Einer.
Jesus, von dem erzählt wird, dass auch er während eines Sturmes im Schiff bei den Jüngern war und sie nicht im Stich ließ.
Ich freue mich, dass ihr mit eurer Konfirmation euer Ja zu diesem Jesus an Bord eures Lebens gegeben habt und wünsche euch, dass ihr ihn immer wieder neu an eurer Seite entdeckt und erlebt als den, der zwar still und fast unmerklich bei euch ist, euch mit allem, was euch bewegt ernstnimmt und euch auch durch Stürme hindurch begleiten will.
Und vielleicht erinnert euch dieses kleine Schiffchen, das ich euch mitgeben möchte, auch immer wieder an den Konfirmandenunterricht, die Mitkonfirmanden und uns Konfirmationsbegleiter, die wir mit euch auf dem Weg sind, hoffen und vertrauen.
Ich erinnere mich gerne an unsere gemeinsame Zeit und find's schön zu wissen, dass wir alle auch weiterhin im selben Boot sitzen. Alles Gute für euch!
Votum 3
Ihr seid am Ziel einer langen, manchmal mühevollen Wegstrecke Eures Lebens. Morgen mit der Konfirmation ist alles zu Ende - Konfirmandenstunden, Gottesdienstbesuche, Konfirmandenfreizeiten ...
Ein Jahr lang wurde Euer Leben ein Stück von dem Leben in dieser Gruppe, von dieser Kirchengemeinde geprägt. Bei den Meisten von Euch war es wohl vor allem eine Entscheidung Eurer Eltern, dass ihr diesen Weg zur Konfirmation gegangen seid. Jetzt liegt es an Euch, wie Euer Lebensweg weiter verläuft. Es ist Eure Entscheidung, ob es ein Leben im Glauben an Gott sein wird, im Bewusstsein, dass Euer Leben sein Geschenk an Euch ist.
Gott schenkt uns unser Leben, aber wir sind dafür verantwortlich was wir daraus so machen. Ich stelle mir das manchmal so vor: Gott stellt mir einen unvorstellbaren großen Korb mit Wolle hin, alle Farben, alle Sorten, Nadeln in jeder Größe, das Dumme ist, stricken muss ich ganz allein. Ich muss Masche an Masche setzen, manche rutschen leicht, andere fallen herunter, manche finde ich überhaupt nicht wieder: ich kombiniere Farbe und Muster. Aber dass ich überhaupt stricken kann, dass ich die Materialien habe, dass ist ein Geschenk. Mein Leben ist ein Geschenk, was ich daraus mache, liegt an mir. Jeder von uns bekommt einen solchen Korb mit Wolle, aber keiner besitzt die ganze Auswahl. Der eine hat keine rote Farbe, dem anderen fehlt das dicke Garn, mit dem man so herrlich schnell voran kommt. Aber jeder hat seinen Korb mit Wolle, und der ist voll. So voll# dass wir sogar davon abgeben können, unser Leben mit anderen teilen.
Für eine solche Art zu leben aber muss man sich entscheiden. Sie ist sicher anstrengender als sich leben zu lassen, im Strom mitzuschwimmen, zu tun, was man tut. Aber ich denke, sie ist auch um vieles reicher, voller, dichter. Wert gelebt zu werden, von Euch gelebt zu werden.
Ein Angebot aus dem Wollkorb unserer Gemeinde ist die Jugendgruppe. Einige von Euch waren freitags schon dabei. Aber auch diese Gruppe bietet nur einen Teil der Möglichkeiten des Lebens hier. Dieses Leben in der Kirchengemeinde ist darauf angewiesen, dass Leute wie Ihr, von ihrer Wolle abgeben. Von den Farben und Formen, die es in unserer Gemeinde so noch nicht gibt. Ich stelle mir vor.. dass es mit Euch in Zukunft eine weitere Jugendgruppe geben kann, die geprägt ist von Euren Gaben und Neigungen, Euren Träumen und Hoffnungen. Ich kann Euch nur einladen, ob ihr kommt: das ist Eure Entscheidung.
Text von Monika:
Glücklich, wer auf Gott vertraut
und bei trüben Tagen
in die Ferne schaut
ohne Angst und zagen.
Nichts hat in der Welt Bestand;
was da kommt, muß scheiden,
und so reichen sich die Hand
immer Freud und Leiden.
Hat der Himmel Müh und Schmerz
Dir einmal beschieden-
sei getrost! Ein jedes Herz
findet seinen Frieden. |